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 Vollbild
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Stafan
Rammer
Mahnmal für die Opfer des
Nationalsozialismus
Passau,
1996
ISBN 3-929350-20-3
5,10
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Leseprobe:
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Erinnerung
ist kein Sonntagsgeschäft, denn Geschichte vollzieht
sich vor allem in den Alltagsgeschäften. Wie aber, so
ist zu fragen, soll man sich erinnern im Alltag, in den
Geschäften, an ein Ereignis, in dem das Ziel einer
langen Geschichte zum Ausdruck kommt: An den ersten
Schritt in das zugesprochene Land? Die Antwort ist
einfach: im Vorübergehen: Auch dies deutet das Alte
Testament, das Buch der Juden von ihrem Gott, der auch
unser Gott ist, an: Am Ende ihres Zuges aus Ägypten,
der die Juden vierzig Jahre durch die Wüste getrieben
und vielen Proben ausgesetzt hatte, errichteten sie an
der Stelle ihrer Überquerung des Jordan ein Denkmal -
nicht als Altar und Opferstätte, wie so oft vorher,
sondern als ein Mahnmal für ihre Erinnerung.
Zwölf Steine wurden aus dem Jordan zusammengetragen und
zu einem Denkmal gefügt, "damit sie ein Zeichen
seien unter euch". (Josua 4) Mit diesen Steinen,
die auf die zwölf Stämme verwiesen, wird etwas
Wichtiges für die Zukunft fixiert, festgehalten für
die Kinder, die "später einmal fragen". Diese
Steine stehen am Wege. Sie werden nicht mehr zelebriert,
sondern sie erlagen eine Selbstverständlichkeit. Sie
gehören zur Umwelt und künden doch vom Willen,
geschieht etwas Neues. Es wird ein Denkmal aus dem
Sakralbereich in den Alltag gerückt, als "ewiges
Andenken".
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Die Veröffentlichungen
sind auch im Stadtarchiv Passau, Rathausplatz 2, 94036
Passau
Tel. 0851/3 83 36 12 oder Fax 396-248,
oder im Buchhandel erhältlich. |
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