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Holger Schulten
Passauer Hausgeschichten

Passau, 1994
ISBN 3-929350-12-2

10,10 €

 

 

 

 

Leseprobe:
Unterer Sand 16
Das Haus der Gastwirtschaft "Zur goldenen Sonne" datiert im Kernbaubestand aus dem 17. im wesentlichen aber aus dem 19. Jahrhundert, dem auch die heute sichtbare Fassade angehört.
Es gilt als das älteste Wirthaus von Passau, wobei diese Annahme freilich noch nicht dahingehen geprüft ist, dass eine Übersicht erstellt worden wäre, wie weit sich das Alter der  einzelnen Passauer Gastwirtschaften zurückverfolgen lässt. Bezüglich des Alters des Gasthauses zur goldenen Sonne bestehen nun eine Reihe unterschiedlicher Hypothesen. Unbestritten  ist, dass das Gasthaus, mit dem eine Schiffmeisterei verbunden war, 1711 durch Heirat der Tochter des verstorbenen Rupprecht Schwarz in den Besitz von Lukas Kern gelangte. Folglich bestand die Wirtschaft als Braunbierwirtschaft bereits unter Rupprecht Schwarz.
Doch weiter zurückgehende Hypothesen sind teils falsch, teils nicht belegt oder belegbar. So schreibt Franz Xaver Zacher in seiner Geschichte des Waisenstifts Passau, dass die Wirtschaft 1604 im Besitz des Schiffmeisters Magnus Lampl war, dem Begründer der nach im benannten Lampl-Bruderschaft. Bei der Überprüfung dieser Angabe unter Sichtung der vorhandenen Quellen ergab sich, dass die Stiftung eines Jahrtags für die verstorbenen Mitglieder der Salzfertiger- und Schiffleutzeche von Magnus Lampl aus dem Jahre 1604 sich zwar erhalten hat, doch ist in dieser Urkunde nur vom Bürger und Seilermeister, nicht aber vom Wirt oder Bierwirt Lampl die Rede, und ebenso wird auch das Haus "Unterer Schad 16" nicht erwähnt.....

 

 

Die Veröffentlichungen sind auch im Stadtarchiv Passau, Rathausplatz 2, 94036 Passau 
Tel. 0851/3 83 36 12 oder Fax  396-248,
 oder im Buchhandel erhältlich.