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Viele bedeutende Persönlichkeiten der Stadt Passau haben sich durch die Errichtung einer Stiftung um das Gemeinwesen verdient gemacht und durch den Einsatz ihres Vermögens zur Linderung humanitärer Not beigetragen; dieses Engagement wirkt bis in die heutige Zeit fort. Durch die Stadt Passau werden folgende Stiftungen unmittelbar selbst verwaltet und bewirtschaftet:
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Die Gründung des Spitals beim Heilig-Geist-Kirchlein 1347 ging dem Stiftungsbrief vom 5. Oktober 1358 voran, in dem der Stifter, Urban Gundacker, Angehöriger eines alten Patriziergeschlechts, Stadtrichter, Münzmeister und einer der reichsten Männer der Stadt, verfügt, dass zwölf verarmte Bürger und zwölf ehrbare Witwen und Jungfrauen verpflegt und gekleidet werden müssen.
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Er besaß nicht weniger als 40 Häuser, dazu Weinberge und entsprechende Geldmittel. Von seinem Reichtum schenkte er seiner Stiftung sieben Häuser, drei Obstgärten und dazu neun Weinberge bei Krems in der Wachau.
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Dazu gab Ratsherr und Stiftspfleger Wenzel Gerhard 1422 noch einen Weingarten bei Krems, Landgüter zu Schardenberg und eine Mühle. Ratsbürger und Stiftspfleger Ruprecht Schönperger, der die Gebäude um 1552 vergrößerte, verpachtete nach früherem Erwerb das Donaufischwassers von der Gaißa bis zum Wachsenstein unterhalb der Ilzstadt an die zwölf Heiliggeistfischer, seit 1920 Apostelfischer genannt.
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Nach dem II. Weltkrieg wurden selbst die Weinberge der Stiftung enteignet und konnten erst 1959, auf Vermittlung des Abtes des Stifts Göttweig, Prälat Wilhelm Zedinek, der Stiftung zurück gegeben werden.
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Vom ehemaligen Reichtum dieser Stiftung ist bis heute nicht viel verblieben – hauptsächlich u. a. das stiftseigene „Apostel-Fischereirecht“ zwischen Kachlet und Ortsspitze, die Stifts-Weinberge mit einem Presshaus in Krems und die Stiftsschänke in Passau.
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Der Tradition verpflichtet und sich der nicht ganz leichten Aufgabe annehmend, die politischen Weichen zu stellen, um das Geschaffene zu erhalten, in wirtschaftlichen Bahnen zu lenken und für die Zukunft fortzuentwickeln und zu sichern , wurde 1998 der Beschluss gefasst, den Betrieb der unter Stadtverwaltung stehenden Seniorenheime der Bürgerlichen Heiliggeist-Stiftung und St. Johannis-Spital-Stift Passau, als organisatorisch, verwaltungsmäßig und finanzwirtschaftlich gesonderte Unternehmen, als Eigenbetrieb „Seniorenstift Stadt Passau“ der „St. Johannis-Spital-Stift-Passau“-Stiftung, zukünftig zu führen.
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St.-Johannis-Spital-Stift Passau
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Die Stiftung ist die älteste noch existierende in Passau und höchstwahrscheinlich eine der ältesten in Bayern und Deutschland.
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Über den Willen des Stifters von St. Johann ist nicht mehr viel bekannt, doch mit einem Eintrag in der Stadtchronik vom 29. März 1200 wurde vermerkt, dass das Domkapitel zu Passau zum Trost der Armen in der Vorstadt ein Hospital gegründet hat, welches bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts in voller Blüte stand.
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Armen, Kranken und Heimatlosen zu helfen, darin sahen Klerus und Bürgerschaft eine zutiefst religiöse Pflicht
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Es entwickelte sich sogar durch den großzügigen Spendenfluss zur bedeutendsten und reichsten Stiftung der Stadt.
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Ursprünglich war die Einrichtung zur Versorgung der zahlreichen Pilger gedacht, doch mit dem allmählichen Abklingen der Kreuzzugsbewegung fand die Stiftung ihre über Jahrhunderte dauernde Bestimmung: die Aufnahme und Versorgung armer, alter und hilfsbedürftiger Bürger beiderlei Geschlechts bis zu deren Ableben.
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Bis zum Jahre 1278 unterstand das Johannisspital direkt dem Domkapitel. Dann wurde die Leitung an Bischof Petrus übertragen, der die Spitalverwaltung wiederum der Stadt anvertraute.
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Im Laufe der Zeiten haben sich die Aufgaben verändert, es sind neue Anforderungen entstanden.
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Die St. Johannis-Spital-Stift Passau Stiftung verfügt neben einer Seniorenwohnanlage auch über größere Ländereien, überwiegend Forstflächen mit einer Größe von rund 340 ha rund um Passau und in Oberösterreich. Mehrere Häuser und anderer Immobilienbesitz, wie die Kiesgrube in Hellersberg, gehören ebenfalls dazu.
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Bürgerliche Waisenhausstiftung zu Passau
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Lukas Kern – er gehörte zu den bedeutendsten Bürgern des 18. Jahrhunderts in Passau und ist durch seine großherzigen Stiftungen, die zum Großteil heute noch bestehen, in die Geschichte Passaus und des Bistums eingegangen.
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Das größte Anliegen des Wohltäters aber war die Sorge für die armen Kinder, die besonders nach dem Tode ihrer Eltern in Not und Verlassenheit leben musste. „Das Wimmern der vielen armen und verwaisten Kinder, die wegen Mangel an Nahrung und guter Zucht an den leidigen Bettelstab gekommen sind“, sei ihm, so diktierte er in sein Testament, so zu Herzen gegangen, dass er sich entschloss, für zwölf Knaben und Mädchen, die ihre Eltern verloren hatten, durch die Errichtung eines Waisenhauses zu sorgen. Er stiftete dafür die beachtliche Summe von 50 000 Gulden.
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Im März 1750 begann der Bau mit dem Abbruch der beiden erworbenen Häuser. 1758 ziehen die ersten Waisenkinder in den Neubau ein.
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Das Vermögen der Waisenhausstiftung wuchs in folgender Zeit durch weitere Schenkungen oder Erbschaften. Bereits 1761 wurde von dem Testamentsvollstrecker Mayer dem Waisenhaus ein Haus mit Garten im Ort geschenkt. Im Jahr 1927 vermachte das Ehepaar Morocutti, Mitglieder einer angesehenen Passauer Familie, der Waisenhausstiftung das Geschäftshaus Wittgasse 9 sowie das „Gütl auf der Ries“, ein Sommerhaus mit einem sehr großen Garten. Eine weitere große Erbschaft fiel der Waisenhausstiftung 1988 zu. Das kinderlose Zahnarztehepaar Dr. Günther und Julia Brach hatte die Waisenhausstiftung zur Alleinerbin eingesetzt.
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Der seit Jahrhunderten währenden Großzügigkeit der Stifter und Spender ist es zu verdanken, dass die Bürgerliche Waisenhausstiftung entsprechend dem Willen des Lukas Kern Kindern, die nicht in der Geborgenheit einer Familie aufwachsen, ein sicheres Zuhause geben kann.
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Zwischenzeitlich hat sich das Konzept des Hauses mehrmals gewandelt. So ist es heute eine Einrichtung der Erziehungshilfe, in der 21 Kinder betreut werden.
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In dieser Tradition steht auch die
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Tierarzt-Breinbauer-Ritzer-Waisenhausstiftung
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in der Rosa Breinbauer, geborene Ritzer, mit letztwilliger Verfügung vom 22. Januar 1969 bestimmt hat, eine Zustiftung zur Waisenhausstiftung zu schaffen. Ihr Vermögen bestand im Wesentlichen aus Haus- und Grundbesitz in Passau-Innstadt, dessen Erträge der Waisenhausstiftung zufließen sollen. Nach dessen Verkauf im Jahre 2004 wurde der Erlös ertragbringend neu angelegt.
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Sebastian-Huber-Stiftung |
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(früher Kleinkinderbewahranstalt Passau-Altstadt)
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Die Stiftung, die von Sebastian Huber, Handelsmann und Fabrikbesitzer in Obernzell, errichtet wurde, befasst sich mit der außerschulischen Bildung, Betreuung und Erziehung junger Menschen.
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Sie erlangte durch allerhöchsten Erlass des Königs Ludwig I von Bayern vom 24. September 1847 Rechtsfähigkeit.
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Zur Errichtung der Stiftung wurde ursprünglich das Anwesen im Passauer Klosterwinkel 2 erworben; jedoch aufgrund städtebaulicher Planungen wurde dieses Gebäude aufgegeben und durch die Stiftung ein neues Gebäude im Jahre 1972 für den Kindergarten Passau-Altstadt in Passau, Schustergasse 16, errichtet.
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Das Gebäude ist von der Stiftung an den Caritasverband Passau vermietet, der den Kindergarten betreibt.
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