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Um Völkerverständigung werben
Es ist keine Überraschung, beim Spaziergang durch die Stadt Unterhaltungen in den verschiedensten Sprachen zu vernehmen. Hört er dann Französich, Englisch, Wachauer Dialekt oder gar Japanisch, so fragt sich gar mancher Passauer insgeheim: Ob diese Gäste wohl aus unserer Partnerstadt kommen?
Denn die Stadt Passau leistet ihren eigenen Beitrag zur Einigung Europas, wirbt selbst um Völkerverständigung. Durch freundschaftliche und vor allem kulturelle Beziehungen zu ihren Partnerstädten versuchen die Passauer Freunde in Europa und Übersee kennenzulernen, ihre teilweise fremdartige Kultur und Lebensweise zu verstehen. Gar manches Vorurteil ist so schon abgebaut worden.
Begonnen haben die Städtepartnerschaften 1952. Auf Anregung des damaligen US-Präsidenten Ike Eisenhower übernahm die Stadt Hackensack eine Patenschaft für Passau. Seit damals wird der Kontakt mit der nur 25 Kilometer von New York entfernten Industriestadt vor allem durch private Besuche gepflegt.
Aus einer Schottlandreise des Passauer Volkstanzkreises entwickelte sich 1957 die Partnerschaft mit Dumfries. Leider sind die offiziellen Aktivitäten mit den Schotten, den Bayern Großbritanniens, mit der Eingemeindung Dumfries' in die Stadt Nithsdale 1973 erloschen.
Dafür begann vor gut 15 Jahren die mittlerweile intensivste Partnerschaft Passaus mit Cagnes-sur-Mer an der Cote d'Azur. Neben den Freundeskreisen in beiden Städten haben vor allem die Sportler, die Reservisten und die Kirchen zur engen Freundschaft beigetragen.
Bezeichnenderweise war eine private Freundschaft der Ausgangspunkt für diese Städtepartnerschaft. Der Passauer Zöllner Josef Oberleitner hatte sich während seiner Kriegsgefangenschaft mit dem Neu-Passauer Rene Andreani, der damals in Cagnes lebte, angefreundet. Wie die Feiern zum 15jährigen Jubiläum der Jumelage 1988 bewiesen, sind die Freundschaftsbande fest geknüpft.
Partnerschaftsurkunden mit der Stadt Krems in der Wachau wurden 1974 ausgetauscht. Zu Krems hegt die Stadt Passau weit zurückreichende Verbindungen. In der Umgebung der Partnerstadt liegen die Weinberge des Heilig-Geist-Stiftes, aus denen die Stadt noch immer den begehrten Stiftswein bezieht.
Seit 1984 hat Passau sogar eine Partnerstadt im Land der aufgehenden Sonne. Sieben Jahre mußte die nordjapanische Stadt Akita die Dreiflüssestadt umwerben, bis der Passauer Stadtrat die finanzielle Hürde übersprang. Vor allem der Deutsch-Japanischen Gesellschaft ist es zu verdanken, daß sich in der Zwischenzeit zahlreiche enge Kontakte ergeben haben.
Die jüngste Partnerschaft ist erst gut ein Jahr alt. Mit Malaga hat sich 1987 eine Stadt aus dem beliebten Urlaubsland Spanien in die Kette der freundschaftlichen Beziehungen eingereiht. Eng miteinbezogen sind dabei die Universitäten beider Städte, die ebenfalls bei der offiziellen Feier einen Partnerschaftsvertrag unterzeichneten.
Bereits am 16. Juni 1961 hat die Stadt Passau aber eine besondere Patenschaft über die aus dem Böhmerwald nach dem zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen übernommen. Viele Böhmerwäldler fanden in der Stadt selbst eine Zuflucht und neue Heimat. Doch die Stadt ist mit der Patenschaft darüberhinaus die Verpflichtung eingegangen, allen Vertriebenen aus dem benachbarten Grenzgebiet Schutz zu bieten. Mit ihrem Beispiel hat die Patenstadt Passau so anregend gewirkt, daß heute alle ehemaligen Kreisstädte des Böhmerwaldes in einem Patenschaftsverhältnis zu einer Stadt in der Bundesrepublik stehen.

 

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