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Wo seit über zehn Jahren
junge Leute aus der ganzen Bundesrepublik an der Passauer
Universität studieren, waren früher regulierte
Chorherren zu Hause. Um 1070 hatte der Passauer Bischof
Altmann außerhalb des Stadtgebietes das Reformkloster St.
Nikola gegründet, zu dem in seiner Blütezeit zwölf
Pfarreien und drei Benefizien in Bayern und Österreich
gehörten.
Nach gut 900 Jahren kann
das Nikolakloster auf eine sehr wechselvolle Geschichte
zurückblicken. Seit der Gründung ist allein die Stiftskirche
an ihrem Platz geblieben. Daß sie auffällig schräg in
die Gebäudeachsen gestellt erscheint, liegt wohl an den
mehrmaligen Umbauten.Nachdem das Prälatenkloster 1803
aufgelöst worden war, diente die Kirche bis 1959 als
Magazin und Lagerhaus.
Die Armee Kaiser Napoleons
beanspruchte 1806 den Klosterkomplex als Militärhospital.
Unter dem Namen Nikolai-Kaserne (ab 1938 Somme-Kaserne)
waren in den Gebäuden von 1809 bis 1945 bayerische
Soldaten stationiert. Die kunstvoll gestalteten Prälaten-
und Herren-Gärten wandelten sich damals zum Kleinen
Exerzierplatz.
Nach dem Krieg wurden die
Bauten als dichtbesetztes Flüchtlingslager
gebraucht. Später erwarben die Deutschordensschwestern
die Ost- und den Nordflügel als Mutterhaus und brachten
darin das Provinzialat und die Fachakademie für
Sozialpädagogik unter. Im Süd- und den Westflügeln
hielt die 1972 gegründete Universität Einzug.
Die ehemalige Stiftskirche konnte erst 1960 nach langer,
gründlicher Restaurierung wieder ihrem eigentlichen Zweck
zugeführt, damit die Pfarrei St. Nikola
restituiert werden. In dem Anfang des 18. Jahrhunderts
barockisierten dreischiffigen Kirchenraum mit seinen
Seitenkapellen sind noch gotische und romanische Bauteile
erhalten. Der Innenraum ist mit 90 Freskobildern
von Wolfgang Heindl ausgestattet. Chor, die älteste frühromanische
Unterkirche Niederbayerns. Die mächtigen Kreuzgewölbe
ruhen auf Wandpfeilern und auf einer granitenen Mittelsäule.
In den Altarkonchen stehen das wohl älteste
Marienwallfahrtsbild in Passau, die Steinmadonna von
1430 und der neue Opferaltar von Leopold Hafner aus dem
Jahre 1978.
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