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Die Trutzburg der Fürstbischöfe


Hatte Kaiser Otto III. den Passauer Bischöfen schon 999 das Markt- und Münzrecht sowie die Gerichtsbarkeit innerhalb und außerhalber der Stadt verliehen, war der Traum der Bürger von der Reichsfreiheit der Dreiflüssestadt 1217 endgültig ausgeträumt. In diesem Jahr wurde Ulrich II. zum Fürstbischof erhoben und erhielt den Ilzgau als kaiserliches Lehen. Zwei Jahre später begann er auf dem Georgsberg mit dem Bau der Veste Oberhaus, seiner Trutzburg 108 Meter über der Stadt, die mehrmals dem Domkapitel als Zufluchtsort dienen sollte.

Zwar eroberten die Zunftmeister und Kaufherren im Kampf um neue Rechte einmal das Niederhaus, verloren aber 1367 in der blutigen Schlacht bei Erlau gegen das Heer des Fürstbischofs.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde der starke Stützpunkt fürstbischöflicher Macht ständig erweitert. Die Einführung der Feuerwaffen erforderte neue Wehranlagen. Die kirchlichen Fürsten der Stadt scheuten sich auch nicht, ihre aufständischen Untertanen von der Veste Oberhaus aus mit Mörsern und Kanonen beschießen zu lassen.

Im 13. Jahrhundert war das Landgericht in die Veste eingezogen. Da gelangten die Kerker zu trauriger Berühmheit. Nacheinander schmachteten Passauer Bürger, Juden, Wiedertäufer und Lutherische in den Verliesen.

In den Türkenkriegen wurde das Oberhaus auch gegen eine längere Belagerung aufgerüstet. So war es keine Überraschung, daß sich der habsburgische Kaiser Leopold I. während der Belagerung Wiens durch die Türken 1683 zur Sicherheit in die Dreiflüssestadt zurückzog.

Beim letzten Festungsumbau von 1693 bis 1723 wurde der sternförmige Wallgürtel angelegt und mit einem Verteidigungsring abgeschlossen. Die Erdwälle, die Kaiser Napoleon von tausenden Fronarbeitern anlegen ließ, verschwanden nach der Aufhebung der Festung 1867 wieder unter dem Pflug.

In ihrer Geschichte fand die Veste Oberhaus aber nicht nur als Trutzburg der Fürstbischöfe Verwendung. Napoleon diente sie als Versorgungs- und Auffanglager für seine Unternehmungen gegen Österreich, bis 1918 war fast 100 Jahre das bayerische Militärgefängnis darin untergebracht.

1932 trat die Stadt das Erbe ihrer alten Herren an und richtete auf Oberhaus ein Museum ein. Heute sind im Oberhausmuseum die Exponate des Stadtmuseums, der Diözesansammlung, des niederbayerischen Feuerwehr- und des Böhmerwaldmusems sowie der Sammlung Hans Wimmer ausgestellt. Im Burgfried, wo noch vor ein paar Jahren die Camper ihre Zelte aufgeschlagen hatten, steht jetzt das neue Galleriegebäude.