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Wie der Heimatforscher Otto
Geyer in seiner Heimatkunde treffend bemerkte, war Passau
immer zu klein, um den berühmten Söhnen des Volkes und
den Helden des Geistes und des Schwertes aus der engeren
und weiteren Heimat Denkmäler aus Stein und Erz zu
errichten. Die Dreiflüssestadt war aber niemals zu
kleindenkend, deren Andenken nicht in Namen öffentlicher
Straßen und Plätze festzuhalten. So spiegeln die Straßenschilder
eine Stadtgeschichte im kleinen wider.
Ehemals von Fürstbischöfen
regiert, prangen heute die Namen einiger dieser
Kirchenhoheiten von Passauer Straßenschildern. Piligrim
hieß der Bischof und angebliche Onkel der Königin
Kriemhild aus der Nibelungensage. Freiherr von Schwendi
stiftete 1622 die Mariahilf-Wallfahrt. Die katholische
Aufklärung begann im Bistum unter Fürstbischof Firmian,
der die Neue Residenz zu einem marmornen wienerischen
Palais umbauen ließ.
Wolfgang Graf von Salm und
seinem diplomatischen Geschick ist der Passauer
Vertrag(1552) über die freie Religionsausübung zu
verdanken. Für ihre Leistungen sind auch sein Hofmaler
Wolf Huber und sein Hofkomponist Leonhard Paminger in Straßennamen
verewigt.
Zu gleichen Ehren kamen natürlich
die großen Komponisten Schubert, Mozart und Haydn ebenso
wie der ehemalige Domorganist und Komponist Georg Muffat.
Ihre Geschichtsschreiber ehrte die Stadt in Heuwieser- und
Ehrhardstraße, ihre Maler in Rueland-Frueauf- und
Johann-Bergler-Straße. Die bayerischen Wittelsbacher
standen für Namen wie Ludwigs- oder Theresienstraße
Pate.
Auch das Erwerbsleben
Altpassaus bezeugen viele Straßenbenennungen. Die in Zünften
und Bruderschaften vereinten Erwerbszweige betrieben ihr
Handwerk meist in einer Gasse. So gibt es heute noch die
Bräu- und die Milchgasse, die Schuster- und Zinngießergasse,
die Lederer- und Messergasse. An der Roßtränke mündete
die alte Donauüberfuhr und im Heuwinkel wurde Heu
feilgeboten.
Daß ein Gneisrücken das
Fundament vieler Häuser bildet, daran erinnern Namen wie
Am Högl oder Am Vogelfelsen. Die Parzgasse liegt auf dem
Parz oder Hügel, dem Ausläufer des Dombergerls in der
Altstadt.
Durch Anschwemmung,
Verkiesung und Verlandung schuf der Inn den Oberen und den
Unteren Sand. Die Löwengrube trägt ihren Namen nach dem
Lößstreifen, der sich in der Innstadt bis zur Rosenau
zieht. Der Steinweg ist der uralte Weg zum Markt und
jedenfalls der erste gepflasterte Weg der Stadt überhaupt.
Und der Name der Dreiflüssestadt
selbst? Er geht auf den germanischen Stamm der Bataver zurück.
Von den Römern an der Rheinmündung besiegt, wurden die
Bataver als Legionäre rekrutiert und an Donau, Inn und
Ilz stationiert. Aus Castra Batava veränderte sich der
Stadtname im Laufe der Jahrhunderte über Batavis, Bazzawe,
Pazzouwe zu Passau.
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