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Ein Wahrzeichen der Stadt


Bei Spaziergängern aus nah und fern gleichermaßen beliebt ist die Promenade am Innufer. Vor allem die Gäste der Dreiflüssestadt bestaunen dort immer wieder die mächtigen Mauern des Schaiblingsturmes, eines der Wahrzeichen der Stadt.

Auf Felsen fest verankert war das Bauwerk nicht nur Wogen- und Eisbrecher. Der Schaiblingsturm wurde vermutlich 1250 auch als wehrhaftes Bollwerk für die in seinem Schutz anlandenden Inn-Schiffe gebaut. Da dort vor allem das aus dem Salzburgischen kommende Salz gelöscht wurde, galt der Verstärkung der Hafenbefestigungen ein besonderes Augenmerk.

Auf Ausbesserungsarbeiten und Verstärkung der Mauern bezieht sich auch die erste urkundliche Erwähnung des Schaiblingsturmes. Man hat auch der Zeit den Scheibling Yhnn Thurn und Stadl vermauert, ist unter dem Datum 18. November 1481 in einem Kopialbuch des Stadtarchivs nachzulesen. Weil er zeitweise als Lagerhaus für das städtische Schießpulver diente, wurde er auch Pulverturm genannt.

Nach 1806 wurde der Schaiblingsturm von der Stadtkammer an die Besitzer des Hauses Klosterwinkel 2 gegen eine jährliche Gebühr von einem Gulden und 30 Kreuzern verpachtet. Ab 1853 diente er wieder als Lagerhaus.

Die Hubertus-Ritter, eine Gemeinschaft vornehmer Passauer Geschäftsleute, zogen 1921 in den Turm ein. Bei ihren Clubabenden saßen sie oft in voller Ritterrüstung zusammen. Nach dem Verbot der Ritterschaft durch die Nazis wurde der Turm an der Innpromenade ab 1935 von der Hitlerjugend bevölkert.

Im weitesten Sinne ist der Schaiblingsturm sogar mit der beliebten Fernsehserie Schwarzwaldklinikverbunden. In seinen Mauern lebte nämlich 1946 Albert Hehn, der Vater von Frauenliebling Sascha Hehn alias Dr. Udo Brinkmann. Damals an den Passauer Kammerspielen engagiert, war Albert Hehn wie später sein Sohn der Publikumsliebling.

Seit 1929 übernahmen die Kunsthistoriker die Theorie ihres Kollegen Dr. Rudolf Guby, daß Rueland Frueauf 1481 im Auftrag der reichen Unser Lieben Frau Salzfertiger- und Schiffsleutzeche ein Riesenfresko am Schaiblingsturm am Inn, die Reise- und Schiffahrtspatrone St. Nikolaus und St. Christophorus darstellend, geschaffen hat. Seine Theorie belegte Guby in den Ostbayrischen Grenzmarken aber offensichtlich mit einer Fotomontage. Von diesem Wandgemälde an der Innseite des Turmes, das laut Felix Mader bereits 1919 sehr verwittert war, ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen.