Home
Stadtarchiv
stadtfuehrung
Projekte
Verlag
Frei für Demo
über uns
    Reichtum durch weißes Gold
    Im Zusammenklang von städtebaulicher Schönheit und landschaftlicher Einmaligkeit, von geschichtlicher Altehrwürdigkeit und Adel kommt Passau unter den Donaustädten ein königlicher Rang zu. Mit viel Berechtigung kann man auch sagen, Passau ist ein Kind der Donau. Denn der Strom hat in Verbindung mit dem Inn und der Ilz die Lebensbedingungen und den Reichtum früherer Jahrhunderte für die Stadt geschaffen.
    Die Dreiflüssestadt war einst ein Mittelpunkt des Salzhandels. Mit dem weißen Gold erwirtschafteten die Salzherren beträchtliche Vermögen. Das Salz kauften sie in Hallein auf, verfrachteten es auf Holzplätten nach Passau und ließen es durch die Säumer auf dem Goldenen Steig nach Böhmen bringen.
    Die Schiffsleute treidelten ihre Plätten mühsam den Inn hinauf. Eine anstrengende Arbeit war das für die Männer und die Pferdegespanne. Beim Ritt auf dem reißenden Fluß heimwärts nach Passau riefen sie oft in Not und Gefahr die Wegpatrone St. Nikolaus und St. Christophorus um Hilfe an. Von den großen Beschwerden dieses Handwerks zeugen heute noch Votivbilder in der Wallfahrtskirche Mariahilf.
    Da Passau zu umfahren wegen des Niederlagzwanges und Stapelrechtes streng verboten war, legten alle Salzschiffe am Salzhafen (heute Klosterwinkel), dem Tümpel, an. Dort hatte die Unser Lieben Frau Salzfertiger- und Schiffsleutzeche seit cirka 1840 auch Lamplbruderschaft genannt, zu der sich die Salzherren, Salzarbeiter und Schiffer zusammengeschlossen hatten, ihren großen Salzstadel.
    Dort stand auch stets der fürstbischöfliche Mautner bereit, den Zoll für die begehrte Handelsware einzutreiben. Bald mußte ein zweiter Salzstadel im Ort gebaut werden, um das Salz von 600 Schiffen aufnehmen zu können.
    Zeitweise ging das Salzgeschäft so gut, daß ein Drittel des Gewinns unter die Mitglieder der Zeche verteilt werden konnte. Doch die reichen Herren vergaßen auch die Armen der Stadt nicht, die sie kräftig unterstützten. Sie unterhielten ein eigenes Zechhaus und ihre stattliche, durch mehrere Stangen seitlich gestützte Fahne fehlte in keinem Fronleichnamszug.
    Doch 1568 bauten die Bayern vor den Toren der Stadt ihre eigene Salzniederlage, sperrten den Inn für alle Schiffe und ließen das Salz unter Umgehung der Stadt auf dem Landwege zum Salzstadel am Palkerstein bringen. Die Stadt strengte zwar einen Prozeß dagegen an, die Salzherren mußten aber künftig auch Salz beim Salzfaktor zu St. Nikola (heute Teil der Universität) kaufen. Da half es auch nichts, daß Passau bestimmte: Wer in St. Nikola Salz kauft, den soll man am nächsten Baum aufhängen lassen.
    Die wirtschaftliche Blüte der Dreiflüssestadt durch den Salzhandel währte bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Das Hauptgewicht des europäischen Handels verschob sich damals allmählich nach Westen und auf den Atlantischen Ozean. Das bedeutete die Entthronung der Donau als bis dahin wichtigste Wasserstraße des Kontinents. Für die Passauer Bürgerschaft war damit ein empfindlicher Schlag für ihr Erwerbsleben verbunden.
    Service
    Inhaltsverzeichnis
    Suchen
    ecard
    Medienkatalog