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    Synagoge wurde Kirche
    Eine begehrte Konzerthalle für Kammermusik oder kleinere Orchester-Ensembles ist mittlerweile die Salvatorkirche in der Ilzstadt. Wer während eines Konzerts den Blick schweifen läßt, erkennt an alten Inschriften und Enblemen, daß dies einmal eine Kirche nicht unbedeutenden Ranges gewesen sein muß.
    Schon die Baugeschichte der Salvatorkirche hat als Hintergrund eine Legende. Die Erzählung besagt, in der Ilzstadt ansässige Juden hätten sich anno 1476 geweihte Hostien besorgt und diese mit dem Messer durchstochen. Dabei soll aus den Hostien Blut geflossen sein. In ganz Europa kursierten in dieser Zeit über 130 fast gleichlautende Geschichten vom Hostienfrevel und den Wundern.
    Der Volkszorn nahm blutige Rache an der kleinen jüdischen Gemeinde in der Ilzstadt. Die Übeltäter sollen grausam zu Tode gebracht worden sein, die übrigen Juden hat man getauft oder vertrieben.
    Wo heute die Salvatorkirche steht, war damals die Synagoge, die dem Feuer zum Opfer fiel. Als Sühne für den angeblichen Hostienfrevel hat man 1479 die Salvatorkirche erbaut, einen spätgotischen Sakralbau von ganz eigenartigem Gepräge. Seit der Säkularisation in Bayern, 1803, ist die Kirche verweltlicht und dient seitdem als Konzertsaal.
    Ist der Hostienfrevel, der unter der Folter eingestandene Raub des hl. Brotes durch einen Christen, auf das Jahr 1477 datiert, so gibt es aus dem 17. Jahrhundert zwei Bilder einer Serie in der stadtgeschichtlichen Sammlung des Oberhausmuseums zu sehen. Sie stammen aus der Hand eines anonymen Malers. Darüber hinaus verfügt das Museum über zwei weitere Zyklen der Legenden-Darstellung aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit jeweils zehn und zwölf Bildern. Diese liegen im Depot, sollen aber bald in der sogenannten Folterkammer, dem ehemaligen Judenkeller, ausgestellt werden.

     

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