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Wenn Papi und Mammi mit ihren
Sprößlingen auf die Maidult oder Herbstdult
gehen, werden sie von den Kleinen immer zum Zirnkiltonschen
Pemperlprater gezogen. Das über 150 Jahre alte
Fahrgeschäft ist immer noch eine Attraktion für groß
und klein.
Dem Tittlinger Hotelier und
Reiseunternehmer Georg Höltl ist es zu verdanken, daß
das Wahrzeichen der Passauer Dulten der Dreiflüssestadt
erhalten blieb. Für 100 000 DM erwarb Georg Höltl Ende
Juli 1988 das historische Karussell und bewahrte es damit
vor dem Verkauf ins Ausland.
Den Ur-Pemperlprater schuf
der am Festtag Heilig-Drei-König 1804 in Deggendorf
geborene Schuhmachermeister Engelbert Zirnkilton.
Von seinem Vater, einem Bildhauer, hatte er die Kunst des
Holzschnitzens gelernt. So schnitzte er selbst die 16 Rösser
für den Ur-Prater, der erstmals auf der Maidult 1830
aufgestellt wurde. Klein und einfach war alles. Dafür
zeichneten sich die Holzpferdchen durch ihre schöne
Gestalt und edle Bewegung aus.
Nach und nach wurden die Rösser
des Praters durch größere ersetzt. Die ausgedienten
Praterpferdchen gab Engelbert Zirnkilton an Passauer Bürger.
Diese montierten sie auf Wiegengestelle. Fortan wurden die
Ur-Pferdchen des Pemperpraters in Passauer Familien als Schaukelpferde
für den Nachswuchs benutzt.
Der erste Prater besaß
weder ein Dach noch eine Drehorgel. Für die Maidulttage
stellte Zirnkilton billige Musikanten ein. Erst vor 150
Jahren schaffte sich der Pemperlprater-Chef für sein
Karussell eine Drehorgel an. Im Laufe der Zeit mußte sie
zwar immer wieder erneuert werden, doch 1970 verstummte
sie ganz. Nicht daß die Drehorgel kaputt gegangen wäre,
ihr Betrieb wurde von Amts wegen verboten. Übermäßige Lärmbelästigung
war die Begründung.
Ein elektrischer Motor für
den Antrieb des Kinderkarussells und der Drehorgel wurde
erst 1926 in den Pemperlprater eingebaut. Vorher war der
Prater fast 100 Jahre lang von Passauer Buben angetrieben
worden. Wer viermal angeschoben hatte, dem stand eine
Freifahrt zu. Kein Wunder, daß dieser Schieberposten heiß
begehrt war.
So alt wie der
Pemperlprater ist auch das beliebte Ringelstechen.
Der geübte Praterfahrer, dem es gelang, den goldenen Ring
aus dem hölzernen Fischmaul zu stechen, hatte sich damit
eine Freifahrt gesichert.
Sein heutiges Aussehen
erhielt der Pemperlprater 1910. Damals wurde er mit 30
Pferden, zwei strammen Hirschen, zehn Sofas und vier
Kutschen auf insgesamt 80 Sitzplätze vergrößert.
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