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Wenn die Besucher der Stadt
von der Ortsspitze, dem sogenannten Dreiflüsseeck,
den Zusammenfluß von Donau, Inn und Ilz bewundern,
geschieht dies von ehemals Grubweger Boden aus. Denn erst
seit dem 1. Januar 1956 befindet sich die Ortspitze
offiziell im Besitz der Stadt Passau.
Auf Kupferstichen früherer
Jahrhunderte ist die für Passau so charakteristische
spitze Landzunge ein fast abgerundeter Vorsprung, nur
wenige Meter der halbkreisförmigen Stadtmauer
vorgelagert. Auch auf Abbildungen aus der Mitte des 19.
Jahrhunderts ist noch keine Spitze sichtbar.
Erst als im Jahr 1891 der
hochwohllöbliche Magistrat den Platz am Sporn wie er in
den Akten des Stadtarchivs genannt wird als Schuttabladeplatz
vom Straßen- und Flußbauamt pachtete, wuchs die Spitze
recht schnell in das Gemeindegebiet Grubweg hinein. Denn
die Gemeindegrenze verlief seit alters her von der
Ilzstadt quer über Donau und Inn bis zur Mündung des Mühlbaches
in der Innstadt.
1893 wurde am Sporn das
Holz für den Aufbau der Domtürme gelagert. Erst zehn
Jahre später nahm sich der Verschönerungsverein
der Stadt das Aussehen dieses Platzes zu Herzen und
erwirkte vom Königlichen Straßen- und Flußbauamt die
Erlaubnis, die Ortsspitze mit Blumen und Bäumen zu
bepflanzen. Seit dieser Zeit ist hier das Stadtbild im
wesentlichen unverändert geblieben.
Während des Dritten
Reiches war die Ortsspitze ein beliebter Platz für
Jul-Feste, Sonnwendfeuer und Hitler-Geburtstagsfeiern. Am
20. April 1933 pflanzte die Hitlerjugend Passaus dort die
sogenannte Hitler-Eiche. Sie wurde 1946 als Nazi-Symbol
gefällt.
Auf Bitte der Passauer
Stadtverwaltung beschloß der Grubweger Gemeinderat
1952 unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Josef
Wenzl, die Ortsspitze herauszugeben. Wir tun das schon
wegen der guten nachbarlichen Beziehungen, soll man im
Grubweger Gemeinderat lächelnd bemerkt haben.
20 Jahre später wäre es
ohnehin gleichgültig gewesen, denn die ganze Gemeinde
wurde 1972 als Stadtteil völlig der Dreiflüssestadt
eingegliedert. Doch bis zum 1. Januar 1956 hatte es vorher
gedauert, bis die Regierung von Niederbayern die erste
Gebietsreform mit der Eingliederung der Ortsspitze zum
Stadtgebiet offiziell vollzog.
Wenn es nach dem Vorschlag
eines Passauer Stadtrats gegangen wäre, befände sich
seit 1969 auf der Ortsspitze ein großer Parkplatz, denn
schon damals plagten die Parkplatzprobleme die Bürger.
Die Passauer Neue Presse bemerkte zu dem Ansinnen, daß
erfreulicherweise keine Mehrheit im Stadtrat fand:
....Abgesehen davon, daß die Ortsspitze damit nicht um
eine Attraktion reicher würde, dürfte es schwierig sein,
diesen Platz überhaupt zu erreichen und wieder zu
verlassen..... So ist bis heute die Ortsspitze den
Spaziergängern aus nah und fern vorbehalten.
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