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Zu den ältesten
kontinuierlich besetzten Klöstern Bayerns zählt die
ehemalige Abtei Niedernburg. Der weite Grundbesitz
des Abteilandes zwischen Ilz und Rotel bildete früher den
Grundstock für das Passauer Hochstift. Die mächtigen
Klosteranlagen, die den Ort auf der Halbinsel am
Zusammenfluß von Donau und Inn beherrschen, zeugen heute
noch von ehemaligem Reichtum, von seiner damaligen
Stellung als Wirtschaftsfaktor der Diözese.
Bereits um 750 soll
Niedernburg vom Agilolfinger Herzog Tassilo III. als
Kanonissinnen-Stift gegründet worden sein. Urkundliche
Aussagen darüber gingen leider beim Stadtbrand 1662
verloren. Beim zweiten großen Stadtbrand 1680 nahm
die verheerende Feuersbrunst sogar im Apothekenlabor des
Klosters ihren Ausgang. Trotz großer finanzieller Opfer
gelang es damals nicht, die Wiederherstellung der
schwergeschädigten Kirchen und Gebäude des Klosters zu
bewerkstelligen.
Als Benediktinerinnenabtei
erhielt Niedernburg 1010 von Heinrich II. die
Reichsunmittelbarkeit verliehen. Die Schwester des
deutschen Kaisers trat sogar nach dem Tode ihres Gatten,
des Königs Stephan von Ungarn, 1042 in den Konvent ein
und wurde zur Äbtissin des Hochstifts gewählt. Seit
Jahrhunderten sind das Grab der seligen Gisela vor
der Querhaus-Südwand der Heiligkreuz-Kirche und das 1567
aufgestellte Gnadenbild Mariä Schutz das Ziel
zahlreicher Pilger. Durch die Klosterpforte
erhalten die Besucher werktags zwischen 10 und 17 Uhr
Einlaß.
Die dreischiffige, frühromanische
Pfeilerbasilika Heiligkreuz, ursprünglich St. Maria,
Christus Salvator, St. Hermolaus und St. Pantaleon
geweiht, steht auf den Fundamenten des agilolfingischen
und eines spätantiken Vorgängerbaus. Bei einer gründlichen
Renovierung wurden der gotische Chor und der in Südbayern
einzigartige Ciboriumaltar wieder hergestellt.
Das zweite Gotteshaus des
Klosters bewahrt das Marienpatronat, ist aber nur
als Ruine erhalten. Die Klostergebäude gehen, soweit sich
ihr mittelalterlicher Bestand erhalten hat, bis ins 14.
Jahrhundert zurück. Die Konventgebäude umschließen an
der Südseite der Heiligkreuz-Kirche einen Innenhof, der
vom einzigen in Passau erhaltenen spätgotischen Kreuzgang
umrahmt wird.
Von der Säkularisation
nicht verschont, wurde das Kloster 1806 aufgehoben. Vorübergehend
erhielten die sakralen und profanen Trakte militärische
und kommunale Nutzung. Erst 30 Jahre später wurde das
Kloster dem Institut der Englischen Fräulein
(Maria-Ward-Schwestern) übertragen, das in der alten
Abtei neben seinem Konvent das Gisela-Gymnasium, die
Gisela-Realschule und ein Schülerinnenheim einrichtete.
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