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Vor über 200 Jahren wurde er
geboren, Napoleon Bonaparte, General, Erster Konsul
und Kaiser von Frankreich. Wie wichtig für ihn die Stadt
Passau in ihrer exponierten Lage an Donau, Inn und Ilz
war, läßt sich durch umfangreiche Korrespondenz belegen.
Zweimal besuchte der französische Imperator sogar
selbst die Dreiflüssestadt.
Es war Kaiser Napoleon und
der Vertrag von Paris (1802), die den Untergang des
alten Fürstbistums Passau besiegelten. Österreich
erhielt alle passauischen Besitzungen innerhalb seiner
Grenzen. Bayern vereinnahmte den Löwenanteil der Beute
samt der Stadt und der Festung Oberhaus. Damit hatte sich
Napoleon den wichtigen Schlüssel des Donautals gesichert.
Am 28. Dezember 1805 kam
der Imperator zu seiner ersten Stippvisite nach Passau.
Auf Anordnung des Festungskommandanten Mutele mußte der
Magistrat vollzählig zum Empfang erscheinen, die Bürgerwehr
zur Parade bereitstehen. Während Napoleon zum Abendessen
im Posthaus in der Theresienstraße nur Eier bestellte,
ließ es sich sein Gefolge besonders schmecken. Die
Rechnung über 125 Gulden hatte die Stadt zu begleichen.
Sein Befehl zum Ausbau
der Veste Oberhaus wurde tatkräftig umgesetzt. So
gelang es den österreichischen Truppen am 10. April 1809
zwar mit Unterstützung Passauer Bürger die Stadt zu
besetzen, doch die alliierten Truppen auf dem Georgsberg
wehrten sich tapfer ihrer Haut.
Nach dem Rückzug der österreichischen
Truppen ließ Napoleon Bonaparte die Burg weiter
befestigen. Bei seinem zweiten Besuch in Passau
inspizierte er selbst die Befestigungsanlagen.
Am 18. Oktober 1809 war er
gegen Abend in der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz
(heute Landgericht) abgestiegen. Er bewohnte das gegen die
Innbrückgasse zu liegende Napoleon-Zimmer, ehedem
Arbeitsraum des Fürstbischofes. Zwei Tage später verließ
er die Stadt wieder in Richtung München.
Gegen den Widerstand der
alliierten Bayern setzten sich die Franzosen mit kompromißloser
Härte durch. So wurde am 26. August 1806 auf den Wällen
der nahegelegenen Festung Braunau am Inn der Nürnberger
Buchhändler und Verleger Johann Phillip Palm füsiliert.
Palm betrieb auch in Passau seit 1803 eine Buchhandlung.
Von seinem Geschäftsführer in der Dreiflüssestadt, dem
früheren Konsistorialrat von Gelin, soll die Druckschrift
stammen, die Palm vor die Gewehre der Franzosen brachte.
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