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Rund 1430 Kubikmeter Wasser
pro Sekunde fließen nach Messungen des
Wasserwirtschaftsamtes in Donau, Inn und Ilz bei normalem
Wasserstand durch Passau. Die drei Flüsse beanspruchen
ca. 4,5 der knapp 70 Quadratkilometer der Stadtfläche und
bilden für Schwäne, Enten, Möwen und andere Wasservögel
ein ideales Revier.
Nicht nur Passauer nützen
die Flüsse als Erholungsraum. Die Besucher genießen die
Aussicht auf Passaus Schokoladenseite und gerade an
sonnigen Tagen reizt das südländische Flair der Altstadt
zu einem Spaziergang an der Innpromenade, laden die
Parkbänke zum Verweilen ein. Viele Gäste nutzen die
Gelegenheit beim Füttern der zahlreichen Wasservögel,
diese aus nächster Nähe beobachten zu können.
Einem der Besucher der
Dreiflüssestadt fiel dabei das seltsame Verhalten der
Passauer Möwen auf. In dem scheinbar wirren Spiel von
Flug und Wassern der Möwen am Inn entdeckte der Urlauber
ein System. Die weißen Segler heben vor der Marienbrücke
aus den Fluten ab, fliegen bis zum innaufwärts gelegenen
Fünferl-Steg, wassern dort und lassen sich wieder zurücktreiben.
Doch keine Möwe schwimmt unter der Marienbrücke durch!
Da selbst alteingesessene
Passauer ihm das seltsame Verhalten der Vögel nicht erklären
konnten, wandte sich der Besucher an die Passauer Neue
Presse: Die leichten Strudel an den Pfeilern der Marienbrücke
dürfen doch für eine 'hochwassererprobte' Passauer Möwe
kein Hindernis darstellen, meinte der Feriengast.
Die PNP befragte deshalb
einen Experten, den Zoologen des Nationalparks Bayerischer
Wald, Dr. Wolfgang Scherzinger. Das vom Urlauber
beobachtete System sei für Vögel, die sich von
Schwebstoffen an der Wasseroberfläche ernähren, typisch.
Wir nennen es das 'Nahrungs-Fließband', erklärt Dr.
Wolfgang Scherzinger.
Doch selbst bei
Wasservogelzählungen entlang der Donau sei das seltsame
Verhalten noch nicht beobachtet worden, bestätigt der
Zoologe. Ich kann nicht ausschließen, daß sich die Möwen
von Strudeln und Wellen bedroht fühlen, aber vielleicht
sehen sie auch im Schatten der Brücke zu wenig, sagt der
Experte.
Mit Sicherheit kann er aber
auch keinen bestimmten Grund nennen. Vielleicht hört
gerade vor der Marienbrücke das Nahrungsangebot für die
Möwen auf, nennt Dr. Wolfgang Scherzinger eine weitere Lösungsmöglichkeit
für das Möwenproblem. Das könnte man mal testen und
einfach ein paar Futterbrocken unter der Brücke
durchtreiben lassen, schlägt der Zoologe vor.
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