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Des müden Passauers letzter Gang


Der Innstadtler und Historiker Reinhard Brunner schrieb in seinem Buch Im Zauber einer alten Stadt zum Westtor in der Innstadt folgende einleitende Zeilen: Durch das Severinstor macht der müde Passauer seinen letzten Gang .... Gemeint ist der Weg zum Friedhof, der mit Ausnahme über den Fünferlsteg nur durch das alte Stadttor beschritten werden kann.

Fürstbischof Reginbert (1138 bis 1147/48) ließ in den Jahren 1143 und 1144 anstelle der gefährlichen Fähre vom Kloster St. Nikola über den reißenden Inn eine hölzerne, fünf Meter breite Brücke mit 13 Pfahljochen bauen. Genau an der Stelle, wo heute noch die Marienbrücke über den Fluß führt. Von da an hat sich der Schwerpunkt der Siedlungsbildung an den südlichen Brückenkopf verlagert. Das war die eigentliche Geburtsstunde der Innstadt.

Viele Handwerker , wie die Lederer (heute: Lederergasse), Klingen- oder Schwertschmiede (Schmiedgasse), ließen sich in der dörflichen Siedlung rechts des Inn nieder. Das dorff enthalb der Ynnprukk wuchs schnell heran, so daß zwischen 1408 und 1411 der baufreudige Fürstbischof Georg Graf von Hohenlohe (1390 bis 1423) unter großen finanziellen Opfern der Bevölkerung den jungen Stadtteil mit einer doppelten Wehrmauer befestigen ließ.

Im Westen schützte neben dem gewaltigen Peichterturm das Peichtertor, das im Oktober 1414 erbaut wurde und heute Serverinstor genannt wird, die Innstadt. Nach der Beschreibung des Historikers Joseph Lenz wurde der Beichtinger Thurm samt Thor von Grund auf in 16 Wochen vollendet.

Der Name Severinstor geht zurück auf den heiligen Severin, der im 5. Jahrhundert im Passauer Raum wirkte. Die Freidhofskirche St. Severin soll in unmittelbarer Nähe der Klause stehen, in der der Heilige gelebt hatte.

Heute sind noch fünf der alten Stadttore vorhanden: Das Severinstor als westlicher Eingang zur Innstadt, das Linzer-Tor oder Schneckentor an der Linzer Straße, der Paulusbogen, das älteste erhaltene Passauer Stadttor und Zugang zur Altstadt von der Fußgängerzone aus, das Innbrücktor unter der Residenz und das Säumertor in der Ilzstadt.

1988 wurde das Severinstor restauriert. 150 000 DM kostete die Maßnahme, von der die Stadt ein Drittel tragen mußte. Damit wurde ein Mehrjahresprogramm für die Sanierung von Passauer Stadtmauern abgeschlossen.