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Venezianischen Erzsuchern ist
es zu verdanken, daß die Bürger der Dreiflüssestadt die
Perlführung der Ilzer Muscheln erkannten. 1437 wurde
professionell damit begonnen, die kleinen Kostbarkeiten
aus dem Fluß zu holen. In einer Topographie Bayerns von
Philipp Appian (1568) werden die Ilzer Perlen von
solcher Größe, Farbe und sonstiger Qualität
beschrieben, daß sie den orientalischen an die Seite
gestellt werden können.
Die durch den Prunk der Fürstenhöfe
entstandene große Nachfrage nach Perlen ließ deren Wert
in entsprechendem Maße steigen. Die Folge davon war, daß
die Obrigkeit ihr verstärktes Augenmerk auf die Erhaltung
der Muschelbestände, noch mehr aber auf die gesicherte
Ausbeute richtete. Der Herzog und spätere Kurfürst
Maximilian I. (1598 bis 1651) erließ mehrere Perlenordnungen.
Speziell für Passau ist ein Perlenmandat des Bischofs und
Fürsten der Stadt, Johann Philipp, aus dem Jahre 1698
bekannt.
In kriegerischen Zeiten
erfolgten regelrechte Raubzüge auf Perlmuscheln und auch
die einheimische Bevölkerung fand Gefallen an deren Wert,
obwohl das strenge Strafmaß für Perlendiebstahl
in den Wirtshäusern angeschlagen oder von der Kanzel
herab verlesen wurde. Handabschlagen oder sogar Galgen
drohte den überführten Tätern. Zur Überwachung der
Perlfischerei und laufenden Berichterstattung waren Beamte
eingesetzt.
In früheren Zeiten galten
größtenteils Raubbau und Holztrift als die Ursachen, die
den Muschelbestand verringerten. Heute sind wohl ökologische
Veränderunger dafür verantwortlich. Von einigen
Privatleuten im Bayerischen Wald wird versucht die Flußperlmuschel
vor dem Aussterben zu bewahren. Die Bäche, in denen
Muscheln eingesetzt werden, sind allerdings nur den
Tierschützern bekannt.
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