|
Seit 1972 ist die ehemalige
Marktgemeinde Hals ein Teil der Dreiflüssestadt. Der
schönste Stadtteil, wie die Bewohner des
Marktfleckens zwischen den Ilzschleifen behaupten.
Besonders reich war dieser Stadtteil nie. Doch die
ehemalige Marktgemeinde war stets ein beliebter Wohnort
und bietet noch heute Natur- und Erholungsraum für die
Passauer und ihre Gäste.
Die Ruine der einst
gewaltigen Burg Hals krönt den schmalen Felsrücken
zwischen den Windungen der Ilz. Die Erbauer der Burg, die
sich hier um 1100 ansässig machten, waren die Edlen von
Hals.
Am Marktplatz, der sich
gleich hinter der Ilzbrücke dem Besucher auftut, befinden
sich alte Gasthöfe und das Rathaus aus dem Jahr 1510 vor
dem noch ein Pranger steht. Von dort führt ein fünfminütiger
steiler Fußweg empor zum ehemaligen Grafenschloß, von wo
aus man einen guten Talblick in die Tiefe auf den
Ilzdurchbruch genießen kann.
Von den Grafen von Hals bis
zu den Wittelsbachern sicherten die wechselnden Herrscher
von hier aus die alten Handelswege (Goldener Steig) und
ihre herrschaftlichen Rechte. Besonders die Holztrift
aus dem Bayerischen Wald und die Perlfischerei
waren ein einträgliches Geschäft.
Doch der Markt wurde immer
wieder ein Opfer von Katastrophen. Brände legten die Häuser
in Schutt und Asche. Hochwasser überschwemmten die
Ilzufer oft meterhoch. So stand die Wallfahrtskirche St.
Achatius im Juli 1954 bis zur Empore unter Wasser.
Das moorhaltige Ilzwasser
brachte im 19. Jahrhundert aber auch Segen für die
Marktgemeinde. Der Passauer Photograph Ducrue erbaute am
Sieglberg 1890 die Kur- und Wasserheilanstalt Bavaria-Bad.
Aus Hals wurde Bad Hals. Unter dem späteren Besitzer Dr.
Mayerhausen kamen Gäste aus vier Erdteilen zur Kur.
Unter ihnen auch der
Schriftsteller Peter Rosegger und Franz Lehar, der hier
seine erste Operette Wiener Frauen komponierte. Mit dem
Ausbleiben der Kurgäste während des ersten Weltkrieges
mußte die Anstalt aber geschlossen werden.
Seit 1920 staut in Hals das
Wehr eines kleinen Elektrizitätswerkes das Wasser der
Ilz. Hier, am Halser Stausee, beginnt auch der
reizvolle Ilztal-Wanderweg, der auf ehemaligen
Triftwegen rund 70 Kilometer lang durch das Ilztal führt.
|