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    Über die Donau geschwungen
    Am 15. Dezember 1910 eröffnet, erhielt sie bei der feierlichen Einweihung im März 1911 eigentlich den Namen Prinzregent-Luitpold-Brücke. Doch die Passauer sprechen über sie nur von der Hängebrücke.
    Seit 1869 hatte 100 Meter donauabwärts der Kettensteg, eine Fußgängerbrücke, den an dieser Stelle 115 Meter breiten Strom von der Altstadt zum Ilzstadt-Durchbruch überspannt. Doch als die Kettensteg-Aktiengesellschaft 1897 ihr Eigentum an die Stadt übergab, war der Drahtseilsteg schon baufällig geworden, das Kabel in den Ankerschächten stark angerostet.
    So begannen im Sommer 1900 die Vorarbeiten für die Hängebrücke. Gegen den Plan wandte sich neben zahlreichen Mitbürgern der Historienmaler Ferdinand Wagner. Sie würde der landschaftlichen Schönheit Passaus unwiderbringlichen Abbruch tun, ja für den Anblick vom unteren Lauf der Donau von wo die Stadt den zu Schiff ankommenden Betrachter entgegenzuschwimmen scheint sie geradezu vernichten, argumentierte der Passauer Ehrenbürger leidenschaftlich.
    Alle Proteste halfen aber nichts. Die Stadt und die Regierung entschieden sich für den 30 000 Mark teueren Neubau. Ferdinand Wagner zog deshalb die Konsequenzen, verkaufte das Niederhaus, in dem er 17 Jahre lang gewohnt hatte, und lebte fortan in München.
    Die beiden 25 Zentimeter starken Kabel aus je zwei Litzenseilen von jeweils 960 Tonnen Bruchfestigkeit wurden zunächst über die Donau gespannt und getrennt verankert. Anschließend montierten die Bauarbeiter von einem Pontonschiff aus die 40 Versteifungsträger. Nach der Vernietung der letzten Stöße wurden die Gehwege mit Eisenbetonplatten abgedeckt und die Brücke gepflastert.
    Die Hängebrücke wurde kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner am 2. Mai 1945 teilweise gesprengt. Gerade aus finanziellen Gründen gestaltete sich aber der Wiederaufbau sehr schwierig. Da erreichte den damaligen Oberbürgermeister der Stadt, Dr. Stephan Billinger, im Dezember 1946 ein besonders erfreulicher Weihnachts- und Neujahrsgruß.
    Bei seinen Gastspielen in der Dreiflüssestadt hatte der bekannte und beliebte Humorist und Volksschauspieler Weiß Ferdl vom finanziellen Dilemma gehört. Deshalb spendete er aus seiner Gage für die Auftritte 1000 Mark für den Brückenfonds.
    Am 17. August 1948 konnte die wiederhergestellte Brücke dem Verkehr übergeben werden. Ohne die Unterstützung des bayerischen Innen- und Finanzministeriums wäre es sicherlich nicht möglich gewesen, die Gesamtkosten von 1,5 Millionen DM aufzubringen.
    Oberbürgermeister Dr. Stephan Billinger stellte damals zufrieden fest: Die Hängebrücke, ihre kühn geschwungenen Bogen, ihre klare Linienführung, fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild ein. Sie stellt die notwendige Verbindung nach der Ilzstadt, die anschließenden Landgemeinden und zugleich zu einem der schönsten Teile des Bayerischen Waldes wieder her.

     

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