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An
Passaus Gräbern
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Was einer ist, was einer
war, beim Scheiden wird es offenbar. Wir hören nicht,
wenn Gottes Weise summt, wir schaudern erst, wenn sie
verstummt.
Dieser Vers dürfte das meistgedruckte Gedicht
Deutschlands sein, denn seit den sechziger Jahren ist
dieser Spruch auf den meisten Sterbebildern zu
finden.
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Verfaßt wurde das Gedicht
von Hans Carossa. Der weltberühmte Lyriker und Erzähler,
Ehrenbürger der Stadt Passau, wurde selbst am 14.
September 1956 im Friedhof des heutigen Stadtteiles
Heining beigesetzt. Neben Bürgern und Honorationen
der Gemeinde liegt dort seit 1922 mit Paule Deppe
eine weitere Künstlerpersönlichkeit begraben. Von der
bekannten Malerin hängen Werke im Oberhausmuseum.
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Überliefert ist auch die
Bestattung der ersten Toten auf diesem Friedhof vor über
100 Jahren: Therese Graber, im Volksmund auch 'Groawan'
genannt, wurde unter Beteiligung von fast allen Heinigern
zu Grabe getragen. Das anschließende Totenessen war zünftiger
als so manche Kirchweih.
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Nur die Wasserleichen, die
seit dem Bau des Kachlet-Kraftwerkes dort
aufgefangen wurden, sind früher außerhalb des Friedhofes
begraben worden. In dieser ungeweihten Erde zwischen
Friedhofsmauer und Eisenbahngleis ist auch Josef
Sattler beigesetzt. Der Wilddieb und Gendarmenmörder
war gegen Ende des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland
eine Berühmtheit.
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Auch in den Stadtteilen
Schalding links und rechts der Donau, Hacklberg, Grubweg
und in der Ilzstadt gibt es Friedhöfe. Doch der Passauer Hauptfriedhof
liegt in der Innstadt. Genau genommen sind es drei Friedhöfe.
Der Severinsfriedhof liegt um die Pfarrkirche St.
Severin an der ehemaligen Wirkungsstätte des Apostels von
Noricum.
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Fürstbischof Leopold
Firmian ließ 1772 aus landesväterlicher Obsorg für die
Beförderung der Gesundheit des Passauer Publici, um die
Ausdünstungen der menschlichen Totenkörper von der
Mittel-, der Haupt- und Residenzstadt abzuwenden, den
sogenannten Hochfriedhof errichten. Die ältesten
Grabdenkmäler stammen aus der Zeit von 1800 bis 1820. Sie
werden in der Mehrzahl dem Passauer Bildhauer Christian
Jorhan d. J. zugeschrieben.
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1860 bis 1890 entstanden
vor allem neugotische, romanische und klassizistische
Grabdenkmäler entlang der Friedhofsmauer. Den Endpunkt
dieser Entwicklung markiert eine qualitätvolle
Jugendstilarchitektur des um 1900 entstandenen Welz-Grabes
im Westteil. Der allgemeine Friedhof wurde 1878
eingeweiht und von 1902 bis 1906 nach den Plänen des Münchner
Architekten Professor Hans Grässel erweitert.
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Zu den vielen Persönlichkeiten,
die in der Innstadt ihre letzte Ruhe fanden, zählt auch
Ferdinand Wagner. Der Passauer Historienmaler, der auch
die Prunksäle im Rathaus mit Wandgemälden geschmückt
hatte, war 1907 im Groll von der Dreiflüssestadt
geschieden. Doch sein Freund, Kommerzienrat Stockbauer,
ließ die sterblichen Reste des Ehrenbürgers auf den
Innstadtfriedhof überführen.
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Dort liegen auch der
bayerische Peter Rosegger Franz Schrönghammer-Heimdal
und der bekannte Heimatdichter Max Matheis
begraben. An gleicher Stelle wurde 1871 Auguste Hilber,
geborene Strobl beerdigt. Die Münchnerin war die erste,
die König Ludwig I. 1827 für seine Schönheitsgalerie
portraitieren ließ. In einem langen Gedicht umschwärmte
sie der Monarch als Schönste in meinem Land. Heute
erinnert leider nicht einmal mehr eine Gedenktafel an ihre
letzte Ruhestätte.
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