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Kirchenfürsten
regierten die Stadt
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Der heilige Bonifatius bestätigte
Passau 739 als festen Bischofssitz. 999 wurden die Bischöfe
die Herren der Stadt und 1217 verlieh Kaiser Friedrich II.
dem Bischof Ulrich nach der Belehnung mit dem Ilzgau die Würde
eines Reichsfürsten. Bis zur Säkularisation
(1803) hatten die Passauer Bürger damit ihren Traum von
der Reichsunmittelbarkeit ausgeträumt.
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Wiederholte Versuche, das
Joch des fürstbischöflichen Stadtherren abzuschütteln,
brachten nur Teilerfolge. Jahrhunderte war das Fürstbistum
Passau wegen seiner Lage ein Zankapfel zwischen Bayern und
Österreich. Dies spiegelt sich auch in den oft
schwierigen Bischofswahlen durch das Domkapitel wider.
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So wurden auch Fürsten wie
Friedrich Graf von Öttingen (1485-90) Herren der
Stadt, die nie die Bischofsweihe empfangen hatten und ihre
episkopalen Funktionen ihren Weihbischöfen überlassen mußten.
Graf Öttingen war der erste Renaissancefürst am
Passauer Hof, eine schillernde Persönlichkeit, in der
sich Eleganz und Schönheit mit Genußsucht und der
Skrupellosigkeit eines italienischen Stadttyrannen
vermischten.
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Dem Herzog Ernst von
Bayern, von 1517-40 Fürstbischof-Administrator,
verdankten die Passauer die endgültige Kodifizierung
ihres Stadtrechts im sogenannten Laudum Bavarium sowie die
Neuorganisation des Salzhandels und dem damit verbundenen
wirtschaftlichen Aufschwung. Sein Nachfolger, Wolfgang
Graf von Salm, machte die Passauer Residenz zu einem
Zentrum von Wissenschaft und Kultur. Seinem diplomatischen
Geschick gelang es, den Passauer Vertrag (1552) über
die freie Religionsausübung zustande zu bringen.
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Erzherzog Leopold
von Österreich (1598-1625)
holte gegen den Widerstand des Domkapitels die Jesuiten
nach Passau. Wegen der ständigen Querelen dankte er 1625
ab, legte seine geistlichen Würden ab und heiratete sogar
ein Jahr später. Marquard Freiherr von Schwendi
(1612-1634) lenkte das Bistum durch die Gefahren des Dreißigjährigen
Krieges. Er war zugleich der Stifter der Passauer Mariahilf-Wallfahrt.
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Die Regentschaft von Wenzeslaus
Graf von Thun (1664-73) war von einer an Geiz
grenzenden Sparsamkeit geprägt. 1672 inhaftierte er den Bürgermeister
und die Ratsherren, bis sie sich bereit fanden zur Zahlung
einer ungesetzlichen Bürgersteuer. Nur so gelang es ihm,
die Stadt nach dem großen Stadtbrand (1662) wieder durch
italienische Baumeister aufbauen zu lassen.
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Kardinal Johann Philipp
Graf von Lamberg (1689-1712) war der geborene
kaiserliche Berufsdiplomat, der es bis zum Protector
Germaniae brachte. Er baute u.a. das Sommerschloß in
Hacklberg. Kein Wunder also, daß dieser fürstbischöfliche
Grandseigneur das Hochstift hoch verschuldet hinterließ.
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Der Zweite Lambergkardinal,
Joseph Dominikus (1723-61), dagegen war der große
Seelsorgebischof der Dreiflüssestadt. Fast 40 Jahre, länger
als jeder andere Bischof, regierte er die Diözese.
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Der letzte Passauer Fürstbischof,
Leopold Leonhard Graf von Thun (1796-1803), wurde
durch die schikanöse Behandlung durch die bayerischen Säkularisationskommissare
veranlaßt, sich auf sein Schloß Czibulka bei Prag zurückzuziehen,
wo er 1826 starb. Doch bereits der Friede von Luneville
(1801) hatte den Untergang des Hochstiftes mit der
Dreiteilung zwischen Bayern, Österreich und
Salzburg-Toskana besiegelt.
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