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Der
Fluch der Ströme
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Staunend stehen die meisten
Besucher der Stadt vor den Hochwassermarken am
Rathausturm. Sie können kaum glauben, daß die Fluten die
Uferstraßen oft meterhoch überspülten. Die Eisstöße
beim Aufbrechen der zugefrorenen Flüsse fügten der Stadt
zusätzliche große Schäden zu.
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Die Aufzeichnungen der
Chronisten über Hochwasser reichen bis ins Jahr 1173 zurück.
Einem sehr strengen Winter folgte damals im Februar eine
Überschwemmung, durch welche viele Menschen, Tiere und
Ortschaften zugrunde gingen.
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Am Karfreitag des Jahres
1439 staute der Eisgang die Fluten des Inn so hoch, daß
wieder hohe Schäden zu beklagen waren. 1481 machten die
Beschädigungen sogar den Neubau der hölzernen Innbrücke
notwendig.
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Zu bisher nie erreichter Höhe
(11,5 Meter!!) stiegen Inn und Donau am 15. August 1501.
Nur das obere Altstadtviertel ragte noch aus dem Wasser.
Tagelang waren die Flüsse mit fortgeschwemmten Hausgerätschaften
bedeckt. Nur die mutigen Bäcker aus Hals trauten sich,
der hungernden Bevölkerung in ihren Zillen Brot zu
bringen.
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Kleinere, fast jährliche
Überschwemmungen gehörten für die Passauer schon fast
zum Alltag. Doch zwei weitere grausige Verheerungen durch
die Ströme sollten die Stadt noch heimsuchen. Im
September 1899 stauten sich die Wassermassen auf zehn
Meter über den Normalpegel. Die Bischofsstadt glich einem
schwimmenden Venedig.
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| Im Juli 1954 gelangte die
Stadt durch das Jahrhunderthochwasser weltweit zu
traurigem Ruhm. Mehr als 600 Häuser standen unter Wasser.
Nur wenige Meter fehlten, dann wären Inn und Donau vor
dem Heilig-Geist-Spital (heute Beginn der Fußgängerzone)
zusammengeflossen. Aus aller Welt kam Hilfe für die
Notleidenden. |
| Am stärksten betroffen
waren stets die Bewohner der Ilzstadt. Selbst die
Flußregulierungen durch die Stauwerke an Inn und Donau
brachten für sie nur wenig Schutz vor dem Fluch der
Ströme. So waren die Verwüstungen 1954 auch
ausschlaggebend für die Ilzstadt-Sanierung. Innerhalb von
18 Jahren verschlang die Hochwasserfreilegung und
Erneuerung des Stadtviertels rund 48 Millionen DM. Leider
mußte dafür eine ganze Häuserzeile der Aufschüttung
weichen. |