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    Kultur über Grenzen hinweg
    Nachdem der Zweite Weltkrieg vorüber war, herrschte in Deutschland ein großer Nachholbedarf auch auf kulturellem Gebiet. In Sachen Kunst war die Stimmung optimistisch. Da entschloß sich die Stadt Passau 1952, ein alljährliches, über Wochen und Monate andauerndes Kultur-Fest einzurichten.
    Eine Demonstration westlich-abendländischer Kultur am Eisernen Vorhang sollten die Europäischen Wochen sein. Doch ihr Sinngehalt hat sich bald geändert.
    Immer deutlicher trat die kulturelle Brückenfunktion zwischen West und Ost, speziell in Verbindung zu Ländern des Donau-Ostens, in den Vordergrund. Und das zu Zeiten, in denen noch niemand von kooperativer Koexistenz und Glasnost sprach.
    Trat bis 1959 die Stadt Passau selbst als Veranstalter auf, liegt die Gestaltung der Festwochen seit 1961 in den Händen des Vereins Europäische Wochen Passau. Seit 1966 prägt die künstlerische und organisatorische Leitung von Intendant Walter Hornsteiner das Profil der Europäischen Wochen.
    Unter seiner Ägide bekamen die Europäischen Wochen echten Festspielcharakter, kamen Spitzenkünstler und -künstlerinnen von internationalem Niveau nach Passau. Doch werden nicht allein wegen der geographischen Nähe speziell zu den Balkanländern Künstler und Ensembles neben Musikern und Orchestern des Westens aus dem Ostblock eingeladen, sondern auch, um damit größtmögliche Offenheit gegenüber den Nachbarn hinter dem Eisernen Vorhang zu demonstrieren.
    Doch ohne die großzügige finanzielle Unterstützung durch Bund, Land, Kommune und Landkreis wären die Veranstaltungen von Oper, Operette und Konzert, Schauspiel, Ballett, Lesungen und Kunstausstellungen nicht möglich. Zumal es den Organisatoren immer wieder gelingt, für die bedeutendste Kulturveranstaltung Ostbayerns Künstler von Weltrang in die Dreiflüssestadt zu holen.

     

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