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Ein
altertümlicher Synthesizer
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Die
elektro-technische Entwicklung brachte es mit sich,
daß man in den zwanziger Jahren unseres
Jahrhunderts zunächst die von Johann Ignaz
Egedacher in den Jahren 1715 bis 1718 erbaute
Chororgel mit der Hauptorgel im Dom verbinden
wollte. Zudem wünschte man sich eine Orgel für
Choral- und Gemeindegesang und typisch für die Zeit
der Spätromantik ein Echowerk. Die fünfteilige
Orgelanlage im Stephansdom entstand.
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Hauptorgel im
Mittelschiff, Epistelorgel im südlichen,
Evangelienorgel im nördlichen Seitenschiff,
Choralorgel im Presbyterium und die Fernorgel im
Dachboden des Langhauses bilden auch heute noch die
gesamte Anlage. Die Firma Steinmeyer erschuf diese
von 1924 bis 1928 mit ursprünglich 206 klingenden
Registern. Sie wurde zur größten Kirchenorgel
der Welt.
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Aber unter diesem
Anspruch wurde sie nicht gebaut, erklärt Domkantor
Heinz-Walter Schmitz, einer der drei Organisten, die
während der Sommersaison das tägliche Orgelkonzert
zur Mittagszeit bestreiten. Auch für Domorganist
Walther R. Schuster und für Domkapellmeister
Professor Joseph Werndl bedeutet es immer wieder
einen Genuß, die fünf Manuale des
Hauptspieltisches zu bedienen. Dort laufen alle Fäden
zusammen und der Organist kann jedes der 231
Register (darunter solch poetische wie Meereswoge
und die Vox humana) und jede einzelne der 17388
Pfeifen zum Erklingen bringen, Pfeifen aus Metall
(Zinn/Kupfer) und Holz, und dazu vier Glockenspiele
mit zusammen 134 Resonanzkörpern.
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Zum einen, so
Domkantor Schmitz, zerstäubt der Schall regelrecht
in den schweren Stukkaturen des Doms. Das Verhältnis
von Direkt- und Reflektionsschall müsse in einem
ausgewogenen Verhältnis stehen. Beeinflußt habe
weiter der geistige Eindruck und das musikalische
Umfeld aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
Zum ersten Mal legte man Wert auf die Qualität des
Tones. Hohe Ansprüche in Klangfarbe und
Klangdifferenzierung machten eine Vergrößerung der
Orgel unumgänglich.
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Obwohl mit Hilfe
eines elektronischen Speichers mehrere verschiedene
Register gleichzeitig umgeschaltet werden können,
bedarf es viel Zeit, sich mit dem Instrument
vertraut zu machen, meint Heinz-Walter Schmitz. Und
manches Register wartet immer noch darauf, entdeckt
zu werden. Für die Gäste der Dreiflüssestadt und
die Freunde vor allem sakraler Orgelmusik ist die
Klangfülle der größten Kirchenorgel der Welt
jedenfalls ein ganz besonderes Erlebnis.
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