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Die Ilz entlang auf Schusters Rappen
Die Dreiflüssestadt und ihr Umland haben ihren Gästen mehr zu bieten als nur eine großartige Vergangenheit. Wer den Zauber des (fast) Unberührten sucht, dem sei der Ilztalwanderweg, der Flußlehrpfad entlang des dunklen Bayerwaldgewässers, empfohlen.

Vom Ursprung zwischen Rachel und Lusen entwässert die Ilz mit ihren Zuflüssen den ganzen Südwestabfall des Bayerischen Waldes. Ein großzügiges Wanderwegenetz, das sorgfältig auf die Naturgegebenheiten Rücksicht nimmt, erschließt das Ilztal von Passau bis zur grandiosen Dießensteiner-Leite, ohne es zu zerstören. Auf etwa 70 Kilometern gepflegter Wege können die Wanderer in Rundtouren dieses letzte große Wildwasser Ostbayerns erleben, das zudem bedrohten und seltenen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bietet.

Über Granit- und Gneisblöcke rauscht die Ilz auf ihrem Weg nach Passau. Die Kalkarmut und Weichheit des Wassers sichern den Perlmuscheln immer noch ihren Fortbestand. Doch die Holztrift, in jüngster Zeit auch schädliche Umwelteinflüsse, dezimierte den Bestand bis zu seiner Gefährdung. Um 1700 begannen die Waldbauern an am Fluß gelegenen Hammerschmieden, Sägewerken und Mühlen die Ilz aufzustauen und die ungebändigte Wasserkraft zum Triften der Baumstämme zu nutzen. Nicht selten mußte die verstopfte Ilz wieder mit Stangen flottgemacht werden. Noch heute zeugen Ortsnamen entlang der Ilz vom nicht ungefährlichen Flößergewerbe.
Die Burgruine Hals, ein ehemaliges Grafenschloß, überragt am Wehr des Stausees mit dem einzigen Flußbad der Stadt den Ausgangspunkt des Wandernetzes. Am rechten Ilzufer entlang geht es dann auf Schusters Rappen zur Triftsperre, wo ein Gasthaus zur ersten Einkehr lockt. Dann zieht der Wanderer weiter bis zur Staumauer der Oberilzmühle, wo eine große Liegewiese zum Rasten einlädt und das Baden in der aufgestauten Ilz nicht verboten ist.en!
Von der Oberilzmühle ziehen sich die gut markierten und mit Lehrtafeln beschilderten Wanderwege auf beiden Uferseiten flußaufwärts. Von Kalteneck bzw. von Fischhaus besteht die Möglichkeit, mit dem Bahnbus die Rückfahrt nach Passau anzutreten.
Wer mit offenen Augen, vorbei an Weilern und Einödhöfen, die Ilz entlang wandert, dem wird die Tour zum Erlebnis. Im Wasser tummeln sich Hecht, Bachsaibling, Regenbogen- und Bachforelle, Flußkrebs und Äsche. Rehe, Hasen, Schermaus und Bisamratte bevölkern die Uferregion. Die Wasseramsel taucht nach Insekten, der Eisvogel brütet in den steilen Uferhängen wie Gebirgsstelze, Flußuferläufer, Sperber und Waldschnepfe.
Doch echter Naturgenuß und Erholung sind nur in einer intakten Natur möglich. So wurde bei der Anlage des Ilztalwanderweges besonders Rücksicht auf seltene geschützte Pflanzen und Tiere genommen. Gerade die Uferzonen sind nur wenig belastbar. Deshalb eine Bitte an alle Wanderer: Halten Sie sich bitte an die markierten Wege und benutzen Sie zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt zum Baden, Zelten und Grillen nur die dafür vorgesehenen Plätze!

 

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