Home
Stadtarchiv
stadtfuehrung
Projekte
Verlag
Frei für Demo
über uns
    Zentrum der Diaspora
    Seit 1563 war der Markt Ortenburg für 240 Jahre die einzige evangelische Enklave im ansonsten katholischen Niederbayern. Erst 1803 wurden die damals 59 Passauer Protestanten als gleichberechtigte Bürger toleriert. Doch weitere 56 Jahre mußte die evangelische Gemeinde der Bischofsstadt warten, bis sie die Pfarrkirche St. Matthäus in der Theresienstraße als Zentrum ihrer Diaspora einweihen konnte.
    Spätestens 1522 wurde die Lehre Luthers in Passau öffentlich verkündet. Doch bereits ein Jahr später begann das fürstbischöfliche Domkapitel die sich ausbreitende Bewegung mit Verboten und Zwangsmaßnahmen zu unterdrücken. Einkerkerungen, Folter und sogar Hinrichtungen blieben nicht aus. So brachten sich die Verfolgten in der Ortenburger Enklave in Sicherheit.
    Nach der Säkularisation stieg die Zahl der Protestanten in der Dreiflüssestadt rasch an. 1833 gelang es ihnen, mit dem Refektorium des ehemaligen Jesuitenkollegs (heute Aula des Gymnasiums Leopoldinum) den Platz als Betsaal anzumieten, an dem früher ihre erbittertsten Gegner ihre Zusammenkünfte hatten.
    Die wachsende Gemeinde strebte aber eine Kirche an. König Maximilian II. interessierte sich persönlich für den Bau und ließ die Kirche im frühgotischen Stil planen. Doch ohne die Hilfe der Glaubensgenossen aus ganz Deutschland, einschließlich des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., wäre die Realisierung nicht möglich gewesen. 35000 Taler mußten dafür aufgebracht werden!
    Seit dem Erntedankfest 1987 strahlt St. Matthäus im neuen Glanz. Das Zentrum des Passauer Dekanats wurde für gut 430000 DM renoviert. Doch noch immer sind die goldene Abendmahlkanne mit Kelch und Hostiendose und andere Kelche, gestiftet zur Kirchengründung von Glaubensgenossen aus Regensburg, Nürnberg und Leipzg in Gebrauch.

     

    Service
    Inhaltsverzeichnis
    Suchen
    ecard
    Medienkatalog