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    Die kleinsten Banknoten
    Höher, schneller, weiter! Nicht nur Sportler streben ständig nach Höchstleistungen. Auch touristische Zentren wie die Stadt Passau und ihr Umland haben erkannt, daß Rekorde werbewirksame Mittel sind. So kann die Dreiflüssestadt ihren Besuchern gleich mit zwei Attraktionen aufwarten, die im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet sind.

    Bereits im 17. Jahrhundert wurde im Stephansdom mit dem Bau der größten echten Kirchenorgel der Welt begonnen. 1979/80 wurde die gesamte Anlage der fünf Orgeln mit ihren 17388 Pfeifen, 231 klingenden Registern und vier Glockenspielen völlig erneuert und vergrößert.

    Die zweite Bestleistung ist auch vielen Einheimischen unbekannt. Zwar bezeichnet das Guinness-Rekordbuch den 10-Bani-Schein von 1917 des rumänischen Finanzministeriums als kleinste Banknote, doch die ebenfalls dort angegebene kleinste Banknote Deutschlands, die Notgeld-Pfennige der Stadt Passau im Format 20 mal 20 Millimeter, sind noch etwas kleiner.
    Während des Ersten Weltkrieges waren Münzen aus dem Zahlungsverkehr verschwunden, weil der aufgeprägte Wert meist niedriger als der Metallwert war. So folgte die Dreiflüssestadt anderen Städten und druckte zwischen 1916 und 1922 ihr eigenes Notgeld. In einer bunten Vielfalt aller nur erdenklichen Farben und Nuancen gab es die Ein-, Zwei- und Dreipfennige in Briefmarkengröße. Zunächst perforiert, mußten sie bald aus dem Zehnerblock selbst ausgeschnitten werden.
    Wahrhaft paradiesische Verhältnisse, jedoch nur für die Sammler. Daß Passau besonders aktiv beim Drucken war, lag wohl daran, daß der damalige Stadtkämmerer Heinrich selbst Sammler war, vermutet der Not- und Kriegsgeld-Experte Werner Brandl.
    Die kleinsten Banknoten sind übrigens samt Druckstöcken im Stadtarchiv ausgestellt. Doch nicht nur die Stadt selbst, auch ortsansässige Bankfilialen und sogar größere Betriebe druckten damals eigenes Notgeld. Gelddiebstähle wurden nicht verzeichnet. Die Räuber hätten die Beute mit Lastwagen abtransportieren müssen.
    Auch nach 1945 war Kleingeld knapp. Deshalb druckte das Gasthaus Dreiflußeck 1948 Kleingeldersatzmarken, die sogenannten Bierpfennige, einfach auf die Rückseite von Eisenbahnfahrkarten und Zündholzschachteln. In den Geschäften erhielt man stattdessen oft nur Karamellen.
    Die Notgeldscheine der Stadt Passau aus der Inflationszeit um 1920 im Wert von fünf bis 50 Pfennigen waren mit Passauer Motiven bedruckt. Am bekanntesten ist der Ein-Mark-Schein mit dem Abbild des 1565 verstorbenen Hofnarren Hans Gerl, der sechs Fürstbischöfen diente. Sie sind im Rahmen der Ausstellung Druckgraphik in Passau im Galeriegebäude des Oberhausmuseums zu sehen.

     

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