|
In früheren Jahrhunderten ist die Dreiflüssestadt durch den Schiffsverkehr auf Donau und Inn reich geworden. Vor allem der Salzhandel innabwärts über den Goldenen Steig nach Böhmen trug lange einen Großteil dazu bei. Doch 1860 erhielten die Passauer Händler für ihr Geschäft ein zweites Standbein. In jenem Jahr wurde die sogenannte Ostbahn fertiggestellt, und der erste Eisenbahnzug rollte von Passau nach Straubing. Das Löwendenkmal an der B8 bei Schalding r.d.D. erinnert noch heute daran. Schon ein Jahr später, 1861, waren der 200 Meter lange Tunnel unter dem Exerzierplatz und die daran anschließende 110 Meter lange Eisenbahnbrücke über den Inn betriebsbereit. Der Schienenverkehr konnte vom Grenzbahnhof Passau nach Österreich bis Wels anrollen.
|
| Trotz der Erweiterung von 1890 samt Bahnpostamt erwies sich der Bahnhof Passau bald als zu klein. Der Wien-Ostende-Expreß,
die Nebenbahnen nach Pocking/Pfarrkirchen (1888),
Freyung (1890), Hauzenberg/Wegscheid (1903/05) und
die Abzweigung nach Haidmühle (1910) ließen den
Personen- und Güterverkehr via Schiene rasch
ansteigen. So war 1898 eine erneute Erweiterung
unumgänglich. |
| Mit einer Million
aus- und einreisenden Fahrgästen lag Passau 1922
bereits auf Rang zwei der bayerischen Grenzbahnhöfe.
Knapp 700 Beamte und Bedienstete waren damals am
Hauptbahnhof, der Güterstation, Bauinspektion und
den Werkstätten beschäftigt. |
|
Während der Besetzung des Sudetenlandes sollen 1938 jede Nacht rund 70 Züge in Passau eingelaufen sein. Im selben Jahr nahm die Reichsbahn auf den Nebenstrecken den Personenverkehr mit Triebwagen auf.
|
|
Doch 1945 stand moantelang jeder Verkehr still. Tiefflieger hatten am 22. Februar einen Munitionszug im Rangierbahnhof in die Luft gejagt. Stundenlang explodierten die Grananten, belegten das Gelände mit einem Flammenmeer. Am 19. März und am 18. April 1945 legten Bombenangriffe den Eisenbahnverkehr in Passau endgültig still.
|
| Der Hauptbahnhof
Passau blieb auch in den letzten Jahren nicht von
den Rationalisierungsmaßnahmen der Bundesbahn
verschont. Nebenstrecken mußten teilweise oder völlig
eingestellt werden. In der grenzüberschreitenden Güterabfertigung
droht der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze durch
Zentralisierungsbestrebungen bei der Bahn. |
| Doch nicht nur die Bundesbahn erhält derzeit ein neues Gesicht. In Passau wurde in den letzten Jahren der gesamte Vorplatz des Hauptbahnhofes (jetzt Europaplatz)
neu gestaltet. Die Bahnhofstraße eingeschlossen,
entwickelt sich dieser Teil der Stadt neben der Fußgängerzone
zum zweiten Einkaufszentrum. |