
Lokalteil Passau-Stadt vom 01.04.2003Sechs Erschließungsstraßen in
Neu-Baugebieten in Kohlbruck werden benannt - Ausschuss stimmt Vorschlägen zu
Kohlbruck (sk). Bildende Künstler des 20. Jahrhunderts, die in Passau zu
Hause waren oder sich um die Stadt verdient gemacht haben, werden sechs Straßen
in Neu-Baugebieten in Kohlbruck ihren Namen geben: Stadtheimatpfleger Franz
Mader schlug vor, Straßen nach Otto Zieske, Otto Zirnbauer, Hermann Mayrhofer,
Franz Xaver Kurländer, Dieter Stauber und Sebastian Leicht zu benennen. Der
Kulturausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung geschlossen zu.
Otto Zieske (1902 bis 1985) war Kunstmaler, er schuf vor allem
Landschaftsbilder und Porträts - unter anderem die von OB Dr. Carl Sittler und
Dr. Emil Brichta im Sitzungssaal des Alten Rathauses. Otto Zieske engagierte
sich sehr im öffentlichen Leben der Stadt, 1970 wurde er als Erster mit dem
Kulturellen Ehrenbrief ausgezeichnet.
Otto Zirnbauer (1903 bis 1970) arbeitete als freischaffender Bildhauer,
in seinem Atelier entstanden Steinbildwerke, Kriegerdenkmäler, Brunnen- und
Fassadenschmuck. Er fertigte mehrere Reliefs an Häusern in Passau,
beispielsweise an der Industrie- und Handelskammer, und entwarf Kleinbildwerke
wie das Festabzeichen für den 47. Deutschen Katholikentag 1950 in Passau.
Zirnbauer war außerdem Gründungsmitglied des Passauer Kunstvereins.
Hermann Mayrhofer (1901 bis 1976) machte sich als Professor, Maler und
Graphiker einen Namen, in Passau wurde er einer der bedeutendsten
Architektur-Graphiker. Es entstanden unzählige Zeichnungen, Radierungen und
Lithographien, die zum Teil in bedeutenden Museen ausgestellt sind. 1970 wurde
Mayrhofer mit dem Kulturellen Ehrenbrief der Stadt Passau ausgezeichnet.
Franz Xaver Kurländer (1866 bis 1959) war ein bekannter Glasmaler, er übernahm
1903 die Glasmalerei Sutor in der Bräugasse. In seiner Werkstätte gestaltete
er Kirchenfenster, die nicht nur im ganzen Bistum Passau, sondern auch in vielen
europäischen Ländern verbreitet waren.
Auch Dieter Stauber (1935 bis 1994) befasste sich mit der Glasmalerei.
Mit 21 Jahren wurde er der jüngste Meister der Bundesrepublik im
glasver-edelnden Gewerbe, wollte dann aber als freischaffender Künstler
arbeiten. Er verzierte Glasgefäße und schuf Kirchenfenster. Unverkennbar waren
auch seine Gemälde und Graphiken, die im In- und Ausland ausgestellt waren. Die
Stadt Passau verlieh ihm 1988 den Kulturellen Ehrenbrief.
Ein über die Grenzen Passaus bekannter Kunstmaler war außerdem Sebastian
Leicht (1908 bis 2002). Er malte viele Motive aus Passau, wurde 1983
Ehrenmitglied des Passauer Kunstvereins. Auch ihm überreichten Vertreter der
Stadt den Kulturellen Ehrenbrief, die Auszeichnung bekam Leicht 1982.
© Passauer Neue Presse