
Lokalteil Passau-Stadt vom 09.07.200244 Vereine bei Feldgottesdienst und
Festzug zum 125-jährigen Bestehen der Wehr - Alarm während des Familientags
von Richard Schaffner
Heining. 1878 wurde die Freiwillige Feuerwehr Heining gegründet - am
vergangenen Wochenende feierte sie ihr 125. Jubiläum. Den Auftakt zum dreitägigen
Festprogramm machte am Freitagabend die Kultband "Awake". Vor über
600 Konzertbesuchern begeisterte die Band durch ihre Musik und die außergewöhnliche
Performance.
Am Samstagnachmittag nutzten viele Familien das Angebot der Feuerwehrler, die
den Kindern mit Fahrten in ihren Feuerwehrautos und -booten ein unvergessliches
Erlebnis bereiteten. Plötzlich wurde Alarm ausgelöst: Die Heininger Wehr
musste in den Gärtnerweg ausrücken und eine Frau vor dem Erstickungstod
retten. Der Rauch ihres Holzofens konnte nicht mehr durch den Kamin abziehen.
Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete am Sonntag der Festgottesdienst im
Freien mit Bänderweihe, den Stadtpfarrer Thomas Brandl zelebrierte. Gestiftet
wurde das Fahnenband von der Fahnenmutter Paula Huber, die von den Festdamen Evi
Gerlesberger, Marlene Kreupl, Kerstin Maier, Nadine Osterholzer und Julia
Ruhhammer begleitet wurde.
Vorstand Franz Kreupl begrüßte unter den 1300 Teilnehmern zahlreiche Ehrengäste,
darunter den Schirmherrn, Oberbürgermeister Albert Zankl, MdB Dr. Klaus Rose,
MdL Dr. Gerhard Waschler, Bezirkstagsvizepräsident Anton Jahrstorfer, Alt-OB
Hans Hösl und Ehrenstadtbrandrat Josef Aschenbrenner.
Zankl ging in seiner Festrede auf die Entwicklung der Heininger Feuerwehr ein
und erwähnte ein besonderes Kuriosum aus der Vereinsgeschichte: 1931 brannte in
Heining ein Anwesen, und die Passauer Stadtfeuerwehr eilte zu Hilfe. Die
Heininger nahmen die Hilfe aber nicht dankbar an, sondern schickten die Passauer
mit den Worten "Das ist unser Feuer" wieder heim.Stadtbrandrat Dieter
Schlegl nahm diese Geschichte zum Anlass und lobte die mittlerweile
hervorragende Zusammenarbeit der Stadtfeuerwehren, die beispielsweise beim
Augusthochwasser 2002 unter Beweis gestellt wurde.
Kommandant Rudolf Hausladen sagte über die Beweggründe von damals und heute:
"Es ist die Liebe zu unserer schönen Heimat und Nächstenliebe der Tat,
die keinen Unterschied kennt zwischen arm und reich, wenn es gilt, Leben und
Besitz den Elementen zu entreißen."
Kommandant Edi Lieb und Vorstand Georg Krompaß vom Patenschaftsverein der
Freiwilligen Feuerwehr Haarschedl überreichten als Geschenk eine Sitzungsglocke
an Franz Kreupl und seinen Vertreter Georg Ruhhammer.Am großen Festzug von der
Festwiese an der Siemensstraße zum Feuerwehrhaus beteiligten sich 44 Vereine,
darunter vier Wehren aus Österreich.
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