Lokalteil Passau-Stadt vom 12.03.2003


 

Luftbildfotograf Donatus Moosauer gestorben
Der Rentner (87) stürzte nach Herzattacke in einen Bach im Stadtpark und ertrank - Kripo: Kein Fremdverschulden

Osterhofen. Luftbildfotograf Donatus Moosauer ist tot. Der 87 Jahre alte Rentner stürzte am Montagabend im Stadtpark nach einer Herzattacke in einen Bach und ertrank. Er wurde am Dienstagmorgen von einem Spaziergänger entdeckt. Die Kripo Straubing, die die Ermittlungen um die Todesursache aufgenommen hat, schließt Fremdverschulden und Selbstmord aus.

Seit einiger Zeit lebte Donatus Moosauer nach dem Tod seiner Frau Irene im Caritas-Altenheim St. Antonius in Osterhofen. Zur Passion des noch rüstigen Rentners gehörte der fast tägliche Spaziergang in den Stadtpark zum Entenfüttern. Angesichts des herrlichen Wetters am Montag hat sich Moosauer am Abend noch aufgemacht zu einem Spaziergang. Er erlitt dabei vermutlich eine Herzattacke, stürzte in den Lohgraben und ertrank. Moosauer wurde am Dienstagmorgen von einem Spaziergänger, der jeden Tag in der Frühe im Stadtpark seine Runden dreht, entdeckt.
Der Spaziergänger benachrichtigte sofort die Polizei, die ihrerseits die Feuerwehr Osterhofen alarmierte. Die Wehrmänner unter der Leitung von 2. Kommandant Max Hupfloher bargen den Toten aus dem Bach.
Im Altenheim war die Abwesenheit Moosauers nicht besonders aufgefallen. Dies hatte, wie Altenheim-Leiter Walter Sendner auf Anfrage mitteilte, zwei Gründe: Zum einen hatte sich Moosauer das Nachsehen der diensthabenden Schwestern zur Nachtzeit verbeten - um nicht im Schlaf gestört zu werden, zum anderen war Moosauer oft schon in aller Hergottsfrüh zu seinen Spaziergängen in den Stadtpark aufgebrochen.
Donatus Moosauer war als achtes Kind einer Lehrerfamilie in Gundihausen im Landkreis Landshut geboren worden. Ein Stubenhocker war der Donatus in jungen Jahren nie gewesen. Mit dem Fahrrad ist er bis nach Bulgarien und nach England gefahren, später hat er für diese Zwecke ein Moped angeschafft. Dafür wurden die Touren dann auch länger - bis nach Istanbul. Es gibt kaum einen Winkel Europas, den Moosauer nicht besucht hat.
Aus dieser Zeit stammt auch die Begeisterung Moosauers für das Fotografieren. Er hat seine vielen Fahrten auf Bild festgehalten. Seine erste Kamera war eine „Agfa“ mit einem Rollfilm - Format sechs mal sechs Zentimeter.
Die Begeisterung zum Fliegen wurde bei Moosauer erst viel später geweckt. Nach dem 2. Weltkrieg und nach der Kriegsgefangenschaft arbeitete Moosauer als Volksschullehrer in Landshut. Einer seiner Schüler war der Sohn von Sepp Betz - damals ein europaweit bekannt Kunstflieger. Sepp Betz hat auch den späteren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß im Fliegen ausgebildet.
Mit den Luftbildern ging es dann 1960 los. Die erste Aufnahmen machte Moosauer vom Donau-Durchbruch bei Weltenburg. Das Fliegen und das Fotografieren wurde bei Moosauer immer mehr. Nach seiner Pensionierung aus dem Schuldienst im Jahr 1971 wurde das Fliegen und Fotografieren für Donatus Moosauer zur Hauptbeschäftigung. Es gibt kaum einen Flecken im Regierungsbezirk Niederbayern, den Moosauer nicht abgelichtet hat.
Nach seine Eheschließung mit seiner Frau Irene war Moosauer von Landshut nach Altenmarkt übergesiedelt. In dem Haus in der Lindenstraße stapelten sich die Dias und die Fotos: Moosauer hat alles fotografiert - Inseldörfer, Angerdörfer, Straßendörfer, Stadtkerne, Baugebiete, Industriegebiete, Verkehrswege und, und, und...
Selbst als 80-jähriger war Moosauer vom Fliegen noch genauso begeistert, wie in jungen Jahren. Kaum ein schöner Sonnentag im Jahr, wo er nicht auf den Flugplätzen Vilshofen oder Landshut seine Flüge orderte. Und die Piloten auf beiden Flugplätzen kannten ihren Donatus genau. Sie murrten nicht, wenn sie ein Objekt immer und immer wieder anfliegen mussten, bis Moosauer die richtige Aufnahme im Kasten hatte.
Übrigens: Beim Fotografieren setzte Moosauer auf bewährte Technik: Keine moderne Spiegelreflex-Kamera sondern eine alte Leica lieferte die besten Luftbilder. Erst später fotografierte Moosauer per Automatik. Auf weit mehr als 100000 Farbdias schätzte Moosauer sein Archiv. Einen Teil davon hat er vor Jahren schon der Stadt Passau vermacht.
Aber Moosauer hat sich nicht nur als Luftbild-Fotograf in Osterhofen einen Namen gemacht. Wie seine im Jahr 2000 gestorbene Frau Irene, war Donatus Moosauer ein profunder Kenner der Asam-Basilika in Altenmarkt. Er machte zahlreiche Kirchenführungen und brachte so tausenden von Besuchern die Schönheit der Basilika nahe. Dabei verstand er es ausgezeichnet, das Interesse der Besucher an dem Gotteshaus zu wecken. Nach dem Tod seiner Frau Irene übersiedelte Moosauer im Jahr 2001 in das Caritas-Altenheim St. Antonius in Osterhofen.
Heimleiter Walter Sendner bezeichnete Moosauer als rüstigen Senior, der seine Zeit zu zahlreichen Spaziergängen nutzte. Beim Pflegepersonal und den Schwestern war Moosauer beliebt. Umso erschütterter ist man im Altenheim über den tragischen Tod.

 

 

 

 

 


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