Lokalteil Passau-Stadt vom 9.2.2002


Ein neues Reich für die
Passauer Blumen-Werkstatt

400 Gäste kamen zur Neueröffnung in die Theresienstraße 34
 
Von Elke Zanner
Normalerweise wäre Karl-Heinz Neves, oberster Chef der deutschen Floristen, am (unsinnigen) Donnerstagabend in der Bütt gestanden. Denn der Mann ist Westfale und somit bekennender Faschingsnarr. Für Josef Küblbeck und Oliver Storz machte der Präsident aber eine Ausnahme, reiste extra 800 Kilometer von Münster nach Passau, um bei der Eröffnung ihrer neuen Blumen-Werkstatt in der Theresienstraße 34 dabei zu sein.
Und neben Neves hatten 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und ein Hund - Küblbecks Hausdackel Batzi thronte als "Ehrengast" in der ersten Reihe - zunächst den Weg in die Redoute gefunden. Dort hatten die Floristen zum Empfang geladen, um sichtbar überwältigt und nicht ohne Lampenfieber den Einzug ihrer Blumen-Werkstatt ins historische Penninger-Haus zu feiern, ihrem "Lebenstraum".
Dabei gab es für die Protagonisten des Abends nicht nur von OB Willi Schmöller wohlwollende Worte: "Die Blumen-Werkstatt ist das Aushängeschild der deutschen Floristik." Sie stehe weit über die Grenzen Passaus hinaus für "Innovation und Vision". Das neue Geschäft sei auch ein "Pilotprojekt für die Belebung der Hinterhöfe in der Stadt, eine zukunftsweisende Investition". "Künstler wie Küblbeck und Storz öffnen den Menschen die Augen für die Schönheiten der Natur", sagte Schmöller. Das soll auch in den neuen Räumen so bleiben. Denn: "Die Natur zu respektieren, ist das oberste Gebot der Blumen-Werkstatt", beschrieb Küblbeck den Zuhörern das Credo des Floristen-Duos.
Stadtarchivar Richard Schaffner referierte über die Historie des Penninger-Hauses. Erbaut im 16. Jahrhundert, hat das Gebäude eine lange Tradition als Bier- und Weinwirtshaus ("Zum Goldenen Adler"). 1917 kaufte es Franz Penninger, druckte bis 1951 darin die "Passauer Zeitung", Bücher und sämtliche Firmen- Briefköpfe (PNP berichtete). Heute gehört das Haus Penningers Enkelin Margit Schwarz und ihrem Mann Ewald, die über die "geschmackvolle Gestaltung der Räume und des Innenhofes" glücklich sind, wie Schwarz betonte.
Vom Geschmack der Meisterfloristen konnte sich die Gästeschar nach der Enthüllung des Schildes "Historisches Gebäude" durch Willi Schmöller dann selbst überzeugen. Zwischen kunstvoll arrangierten Frühlingsblumen, exklusiven Wohn- und Gartenaccessoires, Toskana-Ambiente im Hofgarten sowie Schaukästen mit Haus-Historie tauchten die Besucher ein in die "Poesie der Einfachheit" (Küblbeck). Entsprechend schnörkellos auch die Bewirtung: Zu Wein und Bier gab's u.a. Handwurst und Dauerbrezen.
Mit klassischer Musik umrahmt wurde die Feier von Familie Kisslinger und Margret Schlootz. Domdekan Erich Baumann und der evangelische Pfarrer Stephan Schmoll weihten die Räume ein.

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