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Josef Pöltl - Erinnerungen an den Bauherrn der Kirche St. Salvator 
Das Straßennamen-Rätsel der PNP drehte sich um den ersten Schaldinger Pfarrer

Schalding l.d.D. (rh). Der Josef-Pöltl-Weg ist nach dem ersten Pfarrer in Schalding und Erbauer der Kirche St. Salvator
benannt worden. Das ist die Kurzantwort auf unser Straßennamen-Rätsel der vergangenen Woche. 
Eine so ausführliche Leser-Antwort wie diesmal haben wir seit Beginn der Aktion im Oktober noch nicht erhalten. Sie kam von  SPD-Stadtrat Hans Öller, selbst ein alteingesessener Schaldinger und Mitinitiator der Straßen-Benennungen in seinem Stadtteil. So auch im Falle "Josef-Pöltl-Weg".
Schalding gehörte bis zur Eingemeindung nach Passau im Mai 1972 zur Gemeinde Kirchberg vorm Wald. "Bis dahin gab es keine Straßenbezeichnung, sondern nur Hausnummern wie 73 1/2 oder 79 1/3, abgeleitet von der jeweiligen Flurnummer", so Hans Öller. Dies zu ändern, habe sich der SPD-Ortsverein unter dem Vorsitzenden Öller damals zum Ziel gesetzt. In mehreren Gesprächen mit dem damaligen Stadtheimatpfleger Dr. Gottfried Schäffer einigte man sich auf historische Namensgebungen. "Dass wir Pfarrer Josef Pöltl als Dank für seine herausragenden Verdienste nicht nur für die Pfarrei, sondern auch für unseren Ort auf diese Weise ein Denkmal setzen wollten, war von Beginn an klar und wurde von niemandem in Frage gestellt" erklärt Öller. 
Josef Pöltl, geboren 1867 in Tittling, war katholischer Priester. Als Kooperator in Heining - Schalding l.d.D. gehörte bis 1913 zur Mutterpfarrei Heining - erlebte er schnell, wie schwer dort die Seelsorgearbeit war, ein Drittel des Pfarreigebiets reichte über die Donau bis weit nach Nordwesten. Schon frühzeitig setzte sich Pöltl vehement für den Bau einer eigenen Pfarrkirche ein. Da ihm die Behörden große Schwierigkeiten bereiteten, gründete er einen Kirchenbauverein und trieb die Errichtung in Eigeninitiative voran. 1904 war das Werk (Architekten: der Passauer Aristide Ostuzzi und Josef Elsner aus München) vollendet, Schalding l.d.D. wurde eine Expositur der Pfarrei Heining und Pöltl deren erster Expositus. 1908 weihte Bischof Sigismund Felix Freiherr von Ow-Felldorf die Kirche St. Salvator offiziell ein.  Pöltl war nicht nur mit Leib und Seele Priester, sondern auch Kunstsammler. "Er besaß mehrere spätgotische Figuren und Bilder, die er seiner Kirche vermachte und die heute einen großen Wert besitzen", so Stadtheimatpfleger Franz Mader. "Sein großer Wunsch, dass Schalding unter ihm eine selbständige Pfarrei wird, wurde ihm aber leider nicht erfüllt." Pöltl zog 1912 nach Taubenbach, später nach Hartkirchen und verbrachte schließlich seinen Ruhestand in Englburg.
Am 9. Mai 1938 starb Josef Pöltl. Begraben wurde er im geliebten Schalding, neben seiner Mutter. Eine PNP- Leserin, die ebenfalls am Straßennamen-Quiz teilnahm, war bei der Beerdigung dabei und lebt heute selbst im Josef-Pöltl-Weg: Frieda Lang (77). "Ich kann mich noch gut an die Beerdigung des Pfarrers erinnern, dem wir zu großem Dank verpflichtet sind", schreibt sie.


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