Lokalteil Passau-Stadt vom 22.02.2002


Ein "königlich-bayerischer Sozialdemokrat" als Chef der Passauer Stadtwerke
Straßennamen-Quiz drehte sich um Adolf Höllinger

Patriching (rh). Nach einem früheren Direktor der Passauer Stadtwerke ist sie benannt: die Adolf- Höllinger-Straße, nach der wir vergangenen Freitag im PNP-Rätsel gefragt haben.
Ihren Namen bekam die noch recht junge Straße in Patriching im September 1985 auf Beschluss des Kulturausschusses. Damit wurden Höllingers Verdienste um die Stadt gewürdigt, die er sich in den Nachkriegsjahren erworben hatte. Höllinger, geboren 1895, trat im Jahre 1919 in die SPD ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zum Wiederbegründer des SPD- Ortsvereins Passau. Ab 1946 gehörte er dem Stadtrat an, von 1960 bis zu seinem Tod im Jahre 1963 war er 3. Bürgermeister.
Kurz nach Kriegsende wurde Adolf Höllinger Leiter der Stadtwerke, wo ihm vor allem die Ausweitung der Elektrizitätsversorgung und die Verbesserung der Verkehrssituation am Herzen lagen. Höllinger machte sich zudem als Geschäftsführer der Wohnungsaufbau GmbH sowie als Schatzmeister der Europäischen Wochen verdient. Seit 1958 war er Mitglied der Lamplbruderschaft. In Freundeskreisen nannte man den geselligen Mann "einen königlich-bayerischen Sozialdemokraten nach altem Schlag", so Heimatpfleger Franz Mader.
Einen Buchpreis als Siegerin des PNP-Rätsels gewann diesmal Roswitha Proba aus Grubweg. Und zwar nicht nur wegen ihrer richtigen Antwort, sondern auch wegen ihres persönlichen Bezuges zu Adolf Höllinger, den sie uns in einem kurzen Brief schilderte. Als siebenjähriges Mädchen zog sie 1945 mit ihren Eltern in den 2. Stock des Hauses Theresienstraße 19. Einen Stock tiefer wohnten Höllinger und seine Familie, ehe sie, so Roswitha Proba, in eine Dienstwerke-Wohnung der Stadtwerke in der Badhausgasse zogen.

 


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